30 March 2026, 16:33

Anna Netrebkos polarisierende Rückkehr an die Berliner Staatsoper endet im Eklat

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Anna Netrebkos polarisierende Rückkehr an die Berliner Staatsoper endet im Eklat

Premierenabend mit Eklat: Netrebkos Rückkehr an die Berliner Staatsoper

Mit einer mutigen Neuinszenierung von Verdis Un ballo in maschera eröffnete die Berliner Staatsoper ihr Weihnachtsprogramm. Die Produktion präsentierte die Sopranistin Anna Netrebko in der Hauptrolle der Amelia. Doch ihre Rückkehr in die deutsche Hauptstadt sorgte vor dem Opernhaus für Proteste wegen ihrer politischen Vergangenheit.

Die Premiere wurde von sowohl Begeisterung als auch Buhrufen begleitet – ein Spiegel der gespaltenen Meinungen über Netrebkos Auftritt. Rund 50 Demonstranten versammelten sich vor der Vorstellung, schwenkten ukrainische Flaggen und skandierten Parolen wie "Keine Bühne für Putin-Unterstützer" und "Russland ist ein Terrorstaat". Ihr Protest richtete sich gegen Netrebkos frühere Unterstützung für Präsident Wladimir Putin, darunter ihr umstrittenes Auftreten 2021 bei einer Kreml-Veranstaltung. Diese Verbindungen führten 2022 nach dem russischen Überfall auf die Ukraine zu ihrer Entlassung von der Wiener Staatsoper.

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Im Theater selbst fielen die Reaktionen zwiespältig aus. Netrebko erhielt für ihre darstellerische Leistung begeisterten Applaus, doch einige Zuschauer pfiffen sie auch aus. Die fast dreistündige Inszenierung unter der Regie von Rafael R. Villalobos bezog Motive aus der queeren Ballroom-Kultur und der AIDS-Krise ein. Sowohl Orchester als auch Ensemble wurden am Ende des Abends mit starkem Beifall bedacht.

Seit 2025 kehrt Netrebko schrittweise auf die europäischen Bühnen zurück, mit Auftritten an der Mailänder Scala und nun in Berlin. Trotz ihrer österreichischen Staatsbürgerschaft neben dem russischen Pass bleibt bei Kritikern und Publikum Skepsis über ihre vermeintlich unpolitische Haltung bestehen. Die Staatsoper-Inszenierung von Un ballo in maschera markierte ihren jüngsten Schritt zurück in die großen europäischen Opernhäuser. Zwar wurde ihre Gesangskunst gelobt, doch die Proteste und die gespaltene Zuschauerreaktion zeigten, dass ihre künstlerische Rückkehr weiterhin im Schatten politischer Kontroversen steht. Der Abend unterstrich, wie sehr ihr Comeback von den Folgen ihres früheren Engagements geprägt bleibt.

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