Berliner Philharmoniker vor achtjähriger Sanierung – Tempelhof als Ausweichquartier geplant
Cathrin BlümelBerliner Philharmoniker vor achtjähriger Sanierung – Tempelhof als Ausweichquartier geplant
Die Berliner Philharmoniker stehen ab 2032 vor einer umfassenden Sanierung. Die Arbeiten beginnen unmittelbar nach den Feierlichkeiten zum 150-jährigen Bestehen des Orchesters. Ziel ist es, die technische Ausstattung des Konzertsaals, die Brandschutzmaßnahmen und die Backstage-Bereiche zu modernisieren.
Die Pläne für die Renovierung haben in Berlins Politik und Bevölkerung eine Debatte ausgelöst. Angesichts des knappen Haushalts der Stadt stellt sich die Frage nach der Sinnhaftigkeit des Projekts. Gleichzeitig muss das Orchester für die Dauer der Bauarbeiten ein provisorisches Domizil finden.
Die interimistische Spielstätte soll etwa 2.300 Zuschauer fassen und hohe akustische Ansprüche erfüllen. Zwei Standorte stehen zur Diskussion: das Internationale Congress Centrum (ICC) und der historische Flughafen Tempelhof. Andrea Zietzschmann, die Intendantin der Philharmoniker, äußerte jedoch Bedenken hinsichtlich des ICC – sowohl wegen des baulichen Zustands als auch der möglichen Kosten.
Eine Machbarkeitsstudie spricht sich für den Flughafen Tempelhof als beste Lösung aus. Der geplante achtjährige Umzug dorthin würde voraussichtlich 1,15 Milliarden Euro kosten. Ungewiss bleibt unterdessen Zietzschmanns eigene Zukunft beim Orchester, da ihr Vertrag 2028 ausläuft. Die endgültige Entscheidung über Sanierung und Umzug wird voraussichtlich von der nächsten Regierung abhängen.
Die Sanierung der Philharmonie wird Berlins Kulturlandschaft prägen. Der vorübergehende Umzug des Orchesters und die Finanzierung des Projekts werden zentrale Themen für die neue Verwaltung sein. Die Weichenstellung wird zeigen, wie die Stadt ihren Sparkurs mit ihren kulturellen Ambitionen in Einklang bringt.
