22 March 2026, 16:24

Deutschlands ungelöstes Atommüll-Dilemma: Wo bleibt das Endlager für eine Million Jahre?

Eine Karte von Stuttgart, Deutschland, die einen vorgeschlagenen Standort hervorhebt, mit Text oben und unten im Bild.

Deutschlands ungelöstes Atommüll-Dilemma: Wo bleibt das Endlager für eine Million Jahre?

Deutschland lagert derzeit mehr als 130.000 Kubikmeter schwach- und mittelradioaktiven Abfall an 16 Zwischenlagern

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Die meisten dieser Einrichtungen werden von der Bundesgesellschaft für Zwischenlagerung (BGZ) betrieben. Doch für hochradioaktiven Atommüll, der weitaus strengere langfristige Sicherheitsvorkehrungen erfordert, fehlt dem Land nach wie vor eine dauerhafte Lösung.

Die Suche nach einem tiefengeologischen Endlager geht weiter – mit strengen Kriterien, die im Standortauswahlgesetz festgelegt sind. Die Behörden müssen sicherstellen, dass der ausgewählte Standort mindestens eine Million Jahre sicher bleibt – eine Herausforderung, die die potenziellen Standorte auf etwa ein Viertel der Fläche Deutschlands eingrenzt.

Das deutsche Atommüllproblem umfasst sowohl bestehende Bestände als auch künftige Zugänge. Bis 2080 rechnet das Land mit weiteren 10.500 Tonnen hochradioaktivem Abfall aus abgebrannten Brennelementen. Gleichzeitig nehmen die Zwischenlager auch Atommüll auf, der aus der Wiederaufarbeitung in Großbritannien und Frankreich zurückkehrt. Doch diese provisorischen Lager bieten keinen dauerhaften Schutz.

Die Bundesgesellschaft für Endlagerung (BGE) koordiniert die Suche nach einem tiefen unterirdischen Endlager. Der ausgewählte Standort muss mindestens 300 Meter unter der Erde liegen und von einer 100 Meter dicken Gesteinsschicht umgeben sein. Geeignete Wirtsgesteine sind Steinsalz, Ton oder kristalline Formationen wie Granit. Nach dem Ausschluss von Teilen Niedersachsens, Bayerns und Rheinland-Pfalz verbleiben etwa 25 Prozent der deutschen Fläche in der engeren Auswahl. Eine weitere Eingrenzung ist für Herbst 2026 geplant, die endgültigen Standortregionen sollen bis Ende 2027 feststehen.

Sicherheitsbewertungen sind ein zentraler Bestandteil des Verfahrens. Die Gesellschaft für Anlagen- und Reaktorsicherheit (GRS) analysiert Risiken und berät die Behörden zu Lagerungsbedingungen. Für Genehmigung und Aufsicht ist das Bundesamt für die Sicherheit der nuklearen Entsorgung (BASE) zuständig, während Landesbehörden die tägliche Überwachung übernehmen. Trotz technischer Fortschritte bleibt die Gewinnung öffentlicher Akzeptanz für einen Endlagerstandort eine große Hürde.

Das Standortauswahlgesetz verlangt eine Lösung, die Sicherheit für eine Million Jahre garantiert. Die tiefe geologische Lagerung gilt als sicherste Option, doch die Identifizierung eines Standorts, der alle Anforderungen – sowohl geologische als auch gesellschaftliche – erfüllt, gestaltet sich schwierig. Die Behörden verfeinern ihre Suche weiter und versuchen, wissenschaftliche Daten mit den Bedenken der Bevölkerung in Einklang zu bringen.

Die deutsche Atommüllstrategie basiert auf einem zweistufigen Ansatz: kurzfristige Zwischenlagerung und ein langfristiges Endlager in großer Tiefe. Der laufende Auswahlprozess der BGE soll bis 2027 den sichersten möglichen Standort ermitteln. Bis dahin bleiben die Zwischenlager in Betrieb, während Regulierungsbehörden und Experten daran arbeiten, technische und akzeptanzbezogene Herausforderungen zu bewältigen.

Das Endlager muss beispiellose Sicherheitsstandards erfüllen, um den Schutz künftiger Generationen zu gewährleisten. Da bisher keine betriebsbereite Langzeitleösung existiert, bleibt der Druck auf die Verantwortlichen groß, eine tragfähige und breit akzeptierte Lösung zu finden.

Quelle