"Die Löwen" zwischen Ruhm, Ruin und rassistischen Skandalen: Die unglaubliche Geschichte des TSV 1860 München
Mariechen Grein Groth"Die Löwen" zwischen Ruhm, Ruin und rassistischen Skandalen: Die unglaubliche Geschichte des TSV 1860 München
Eine neue Dokumentationsreihe beleuchtet die bewegte Geschichte des Fußballclubs TSV 1860 München. Unter dem Spitznamen „Die Löwen“ bekannt, durchlebte der Verein dramatische Höhen und Tiefen – vom Bundesliga-Erfolg bis zum finanziellen Ruin. Die Serie bietet ein temporeiches Mix aus Komödie, Drama und finanziellen Verstrickungen, das selbst Fußball-Laien fasziniert.
TSV 1860 München blühte einst unter der Führung eines schillernden Oktoberfest-Wirts auf. Als Präsident führte er den Club in die obersten Riegen des deutschen Fußballs, hinterließ ihm aber auch eine erdrückende Schuldenlast. Ein prägender Moment war ein verschossener Elfmeter in der 89. Minute, der den Abstieg besiegelte und die Finanzkrise verschärfte.
Ein jordanischer Investor sprang später mit einem Millionenangebot ein, um den Verein zu retten. Statt Dankbarkeit erntete er jedoch rassistische Angriffe von Teilen der Fans. Heute spielt die Herrenmannschaft in einem heruntergekommenen Stadion, weit entfernt von alter Größe.
Die für den Grimme-Preis nominierte Dokumentation versammelt eine beeindruckende Runde an Interviewpartnern. Mit scharfem Blick und einer Mischung aus Humor und Tragik fängt sie die chaotische Reise des Clubs ein. Die Reihe zeigt den Aufstieg, Fall und die menschlichen Schicksale hinter den Kämpfen des Vereins – ein Club, der in den unteren Ligen noch immer um Stabilität ringt. Besonders überzeugt die Serie durch lebendiges Storytelling und eine breite Anziehungskraft, die weit über Fußballfans hinausgeht.
