10 May 2026, 12:23

Grüne werben mit Pink und Feminismus um junge Männer – doch die AfD bleibt attraktiv

Plakat mit dem Text "Geschlechterneutrale Toiletten" betont die Inklusivität in den Toiletteneinrichtungen.

Grüne werben mit Pink und Feminismus um junge Männer – doch die AfD bleibt attraktiv

Die Grünen starten einen neuen Vorstoß, um junge Männer zu erreichen – mit ungewöhnlichen Methoden. Der Parteivorsitzende Felix Banaszak spricht offen über Männlichkeit, Feminismus und sogar seine Vorliebe für die Farbe Rosa, während er gleichzeitig Scham über Gewalt gegen Frauen eingesteht. Gleichzeitig ziehen rechtsextreme Gruppen weiterhin junge männliche Wähler an, was die Frage aufwirft, wie man sie am besten erreichen kann.

Noch vor 20 Jahren war die Vorstellung, dass Männer traditionell als weiblich geltende Eigenschaften annehmen, weniger umstritten. 2004 trug Torhüter Tim Wiese ohne nennenswerte Kritik pinkfarbene Kleidung bei Spielen. 2010 veröffentlichten 21 grüne Politiker ein Manifest mit dem Titel „Männer, gebt Macht ab! Es lohnt sich“, in dem sie Männer aufforderten, Geschlechterrollen zu überdenken.

Heute versucht die Partei, auf neuen Wegen junge Männer zu gewinnen. Banaszak, der sein Büro in Pink gestrichen hat, argumentiert, dass starre Geschlechterrollen sowohl Männer als auch Frauen schaden. In einem Playboy-Interview zu Beginn dieses Jahres wandte er sich erstmals prominent an junge Männer und ermutigte sie, feministische Ideen zu unterstützen. Später bekannte er, sich für Gewalt gegen Frauen zu schämen, und forderte Männer zur Selbstreflexion auf.

Doch der Ansatz der Grünen stößt auf Skepsis. Der Bundesfrauenrat hinterfragte Banaszaks „Männerpolitik“, insbesondere nachdem er Journalisten zu einer internen Diskussion eingeladen hatte. Gleichzeitig bleibt die rechtsextreme AfD bei jungen männlichen Wählern beliebt. Bei der letzten Bundestagswahl stimmte die überwiegende Mehrheit der unter 24-jährigen Männer für die Partei, während Frauen derselben Altersgruppe eher links der Mitte stehende Optionen bevorzugten. Vor der Europawahl 2024 schlug der AfD-Politiker Maximilian Krah sogar vor, junge Männer, die Schwierigkeiten hätten, Partnerinnen zu finden, sollten „nach rechts“ tendieren.

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Rasmus Andresen, Europaabgeordneter der Grünen, geht einen anderen Weg. Er postet auf Social Media Videos aus dem Fitnessstudio und als Fußballfan – und verbindet so linke Themen mit Räumen, in denen sich junge Männer ohnehin bewegen. Ziel ist es, gemeinsame Anknüpfungspunkte zu finden, statt sie zu verprellen.

Die Bemühungen der Grünen zeigen eine wachsende Spaltung darin, wie junge Männer sich politisch engagieren. Während einige auf feministische Appelle oder Social-Media-Kampagnen ansprechen, neigen andere zu rechtsextremen Botschaften. Der Erfolg dieser Strategien wird vermutlich künftige Versuche prägen, die Kluft zu überbrücken.

Quelle