Kai Wegners Berliner Bürgermeisteramt steht nach nur 100 Tagen auf der Kippe
Aysel MitschkeKai Wegners Berliner Bürgermeisteramt steht nach nur 100 Tagen auf der Kippe
Kai Wegners Amtszeit als regierender Bürgermeister Berlins könnte bereits in 100 Tagen enden – am 20. September 2023. Seine seit April 2023 laufende Amtszeit würde dann nur drei Jahre gedauert haben, falls die Wahlergebnisse die CDU aus einer neuen Koalition ausschließen.
Wegner übernahm das Amt, nachdem die CDU bei der Wahl im Februar 2023 28,2 Prozent der Stimmen erhalten hatte. Trotz dieses Erfolgs sah sich seine Führung mit Kritik konfrontiert, etwa wegen des Stromausfalls, winterlicher Glättegefahren, eines Subventionsskandals und der überstürzten Ernennung einer Staatssekretärin für Digitalisierung. Dennoch bestätigte die Partei ihn auf einem Landesparteitag am Dienstag als Spitzenkandidaten, da sich keine überzeugende Alternative abzeichnete.
Selbst wenn der Wahlabend auf eine Koalition ohne die CDU hindeutet, würde Wegner vorerst als geschäftsführender Bürgermeister im Amt bleiben. Er verwies darauf, dass Umfragen sich ändern können – so wie es auch vor seinem eigenen Sieg der Fall war. Noch vor der Wahl 2023 hatte SPD-Chef Raed Saleh ihn als „den einsamen Kai“ abgetan, doch Wegners Aufstieg widerlegte seine Kritiker.
Eine Niederlage bei der anstehenden Wahl würde nicht nur sein Bürgermeisteramt beenden, sondern vermutlich auch seine Rolle als Berliner CDU-Landesvorsitzender. Wegners politische Zukunft hängt nun von der September-Wahl ab. Scheitert die CDU an der Bildung einer Koalition, wird seine Führung in beiden Funktionen ein Ende finden. Seine kurze, aber ereignisreiche Amtszeit hat bereits Spuren in der Berliner Politik hinterlassen.






