24 June 2026, 00:21

Klimawandel bedroht Bayerns Tourismus – doch viele Betriebe handeln nicht

Tourismus und Klimawandel: Chancen und Herausforderungen für Nachhaltigkeit

Klimawandel bedroht Bayerns Tourismus – doch viele Betriebe handeln nicht

Bayerns Tourismusbranche kämpft mit den Folgen des Klimawandels

Mit rund 100 Millionen Übernachtungen pro Jahr sieht sich der bayerische Tourismussektor zunehmend mit den Auswirkungen des Klimawandels konfrontiert. Dr. Niklas Völkerning von der Universität Augsburg untersucht nun, wie sich diese Veränderungen auf lokale Unterkünfte in Tourismusregionen auswirken. Seine Studie zeigt sowohl die Herausforderungen als auch die zögerlichen Fortschritte der Branche bei der Anpassung auf.

Die Erhebung belegt, dass Beherbergungsbetriebe derzeit durchschnittlich 14 Kilogramm CO₂ pro Gastnacht verursachen. Viele haben bereits Maßnahmen ergriffen, um ihre Emissionen zu senken – etwa durch die Installation von Solaranlagen oder die Modernisierung von Heizsystemen. Doch nur 27 Unternehmen gleichen ihren CO₂-Fußabdruck aktiv aus, und dies hat bisher keinen spürbaren Einfluss auf die Buchungsentscheidungen der Gäste.

Hemmnisse für weitergehende Schritte sind vor allem regulatorische Hürden und hohe Kosten. Zudem fehlt vielen Betrieben das Wissen über ihre eigene Klimabilanz. Obwohl Bayern bis 2030 klimaneutral werden will, hinkt die Tourismusbranche hinterher. Umfragen zufolge geben 56 Prozent der Unternehmen an, keine negativen Folgen des Klimawandels zu spüren, während 32 Prozent betroffen sind und 14 Prozent sogar positive Effekte erkennen.

Entscheidend für Fortschritte scheint das Engagement der Führungsebene zu sein: Betriebe, deren Management Klimaschutz aktiv fördert, setzen häufiger Schutzmaßnahmen um. Allerdings sehen 60 Prozent der Befragten vor allem Politiker und Gäste in der Pflicht, die Nachhaltigkeit im Sektor voranzutreiben. Zudem ist vielen die geplante Klimaneutralität der Branche bis 2040 nicht bekannt.

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Die Ergebnisse unterstreichen den Bedarf an klareren Vorgaben und einer geteilten Verantwortung im Kampf gegen den Klimawandel. Angesichts des bayerischen Ziels, bis 2030 klimaneutral zu werden, muss die Tourismusbranche ihre Anstrengungen deutlich beschleunigen. Die bisherigen Maßnahmen und das Bewusstsein für die Problematik reichen nicht aus, um die langfristigen Ziele zu erreichen.

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