München plant Olympische Bewerbung – Bürger entscheiden über Zukunft der Stadtentwicklung
Cathrin BlümelStudie sieht Olympische Spiele als "Katalysator f"r die Zukunft M"unchens" - München plant Olympische Bewerbung – Bürger entscheiden über Zukunft der Stadtentwicklung
München erwägt Bewerbung für zukünftige Olympische Spiele – Bürgerabstimmung läuft bis 26. Oktober
Eine neue Studie deutet darauf hin, dass die Spiele als Katalysator für langfristige Stadtentwicklungsprojekte dienen könnten. Doch Ökonomen warnen, dass die wirtschaftlichen Vorteile einer Austragung oft überschätzt werden und nur von kurzer Dauer sind.
Die von der Beratungsfirma MCube Consulting im Auftrag der Münchner Stadtverwaltung erstellte Untersuchung benennt 13 Schlüsselprojekte, die bei einer Olympischen Bewerbung beschleunigt werden könnten. Dazu gehören der Ausbau des Straßenbahnnetzes, der Bau neuer Fahrradschnellwege und die Schaffung eines Olympischen Dorfes. Oliver May-Beckmann, der die Studie leitete, argumentiert, dass eine schnellere Umsetzung dieser Vorhaben der Stadt nachhaltige Vorteile bringen würde.
Bürgermeister Dieter Reiter unterstützt die Bewerbung und betont, dass die Spiele dringend benötigte Projekte vorantreiben könnten, die München ohnehin angehen müsste. Auch der Bericht kommt zu dem Schluss, dass vor allem Infrastrukturmaßnahmen und Stadtentwicklung – nicht das Sportereignis selbst – die größten Vorteile bringen würden. Während Sportstätten demnach nur begrenzt wirken, könnten Verbesserungen im Verkehrsbereich und in der Stadtplanung München über Jahrzehnte prägen.
Doch führende Wirtschaftsforschungsinstitute wie das Ifo-Institut, das IWH, das RWI Essen und das DIW bleiben skeptisch. Sie argumentieren, dass Olympische Spiele selten nachhaltiges Wirtschaftswachstum generieren. Das DIW wies insbesondere darauf hin, dass positive Effekte in der Regel geringer ausfallen als prognostiziert und schnell verpuffen.
Über den Erfolg der Bewerbung entscheidet die öffentliche Unterstützung – die Abstimmung läuft noch bis Ende Oktober. Bei einer Zustimmung könnte München die Olympischen Spiele nutzen, um große Verkehrs- und Wohnprojekte voranzutreiben. Kritiker betonen jedoch, dass die Stadt die Risiken einer Kostenexplosion gegen die möglichen langfristigen Verbesserungen abwägen muss.






