Newroz feiert Premiere in Berlins großen Kulturhäusern mit Musik und Widerstand
Aysel MitschkeNewroz feiert Premiere in Berlins großen Kulturhäusern mit Musik und Widerstand
Berlin feiert Newroz: Das antike Frühlingsfest zieht erstmals in große Kulturinstitutionen ein
Mit einer Reihe öffentlicher Veranstaltungen begehen Berlins Kulturstätten in diesem Jahr erstmals das antike Frühlingsfest Newroz. Sowohl das Humboldt Forum als auch das Haus der Kulturen der Welt haben umfangreiche Programme organisiert, die Musik, Tanz und Diskussionen verbinden. Das Fest, das auf zoroastrische Traditionen zurückgeht, besitzt für Millionen Menschen im Nahen Osten und Zentralasien tiefe kulturelle und symbolische Bedeutung.
Das Humboldt Forum veranstaltet im Rahmen seines Jahresprogramms "Beziehungen: Familie" ein ganztägiges "interkulturelles Familienfest". Sieben Berliner Vereine wirken mit, um die Bräuche von Newroz durch Mitmachaktionen wie Drachenbau, Eierbemalen und Live-Aufführungen einem breiten Publikum näherzubringen. Ziel ist es, die Geschichte und die Rituale des Festes bekannter zu machen.
Im Haus der Kulturen der Welt steht dagegen die persische Kultur und insbesondere die Arbeit von Künstlerinnen im Mittelpunkt – mit einem besonderen Fokus auf den Iran. Die Kuratorin bezeichnete Newroz als einen "Akt des Widerstands" und verwies auf die Unterdrückung des Festes durch das islamische Regime. Das Abendprogramm umfasst eine performative Lesung, klassische Musik sowie kurdischen Rock und einen DJ-Set. Eine Podiumsdiskussion widmet sich der Frage, wie Newroz in Zeiten der Repression begangen wird.
Auch andere Orte der Stadt beteiligen sich: Das Maxim-Gorki-Theater lädt zu einem Konzert und einer Feier ein, während sich die kurdische Gemeinschaft am Fridayabend am Waterloo Ufer 7 zu Musik und Tanz versammelt. Auf dem Oranienplatz findet ebenfalls eine öffentliche Feier statt – die Vielfalt der Newroz-Veranstaltungen in Berlin ist damit groß.
Newroz, in vielen Regionen als Nowruz bekannt, wird in mindestens 13 Ländern gefeiert, von Iran und Afghanistan bis hin zur Türkei und Syrien. Trotz seiner weiten Verbreitung bleibt das Fest in Ländern wie Iran und Afghanistan offiziell verboten, wo Behörden öffentliche Zusammenkünfte seit Langem unterbinden.
Die Berliner Veranstaltungen verbinden Musik, Gespräche und traditionelle Bräuche, um Newroz zu ehren. Die Organisatoren arbeiten mit lokalen Vereinen zusammen, um die anhaltende Bedeutung des Festes zu unterstreichen – auch dort, wo es unterdrückt wird. Die Feierlichkeiten ziehen sich über mehrere Spielstätten hinweg durch die ganze Woche.






