10 May 2026, 16:22

Pflegereform droht Familien mit höheren Eigenanteilen zu belasten

Alte Frau im Krankenhausbett mit gefalteten H"anden, geschlossenen Augen und Kopf auf H"anden, umgeben von Menschen im Hintergrund.

Pflegereform droht Familien mit höheren Eigenanteilen zu belasten

Reformen der Pflegeversicherung könnten Familien stärker belasten

Die geplanten Reformen des deutschen Pflegeversicherungssystems drohen, die finanzielle Belastung für Pflegebedürftige und ihre Angehörigen zu erhöhen. Caritas-Präsidentin Eva Maria Welskop-Deffaa warnt vor steigenden Eigenanteilen und möglichen Kürzungen bei der Unterstützung für pflegende Familienmitglieder. Schlecht konzipierte Änderungen könnten ihrer Meinung nach falsche Anreize schaffen – etwa Vermögensübertragungen an Angehörige, um Gebühren zu umgehen.

Im Mittelpunkt der aktuellen Debatte steht ein Vorschlag, die Frist zu verlängern, nach der sich die Eigenbeteiligung von Heimbewohnern verringert. Statt nach zwölf Monaten soll die neue Regelung erst nach 18 Monaten greifen. Zwar könnte dies kurzfristig die Kosten für das System senken, Kritiker bemängeln jedoch, dass dadurch das schrittweise Entlastungsmodell ausgehöhlt wird, das eigentlich die finanzielle Belastung über die Zeit verringern soll.

Welskop-Deffaa betonte, dass die Pflegeversicherung stark von der generationenübergreifenden Solidarität innerhalb der Familien abhängt. Sie forderte die Politik auf, Leistungen wie die beitragsfreie Mitversicherung von Familienangehörigen oder Rentenansprüche für Pflegende nicht anzutasten. Diese Maßnahmen seien entscheidend, um die Fairness des Systems zu bewahren.

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Die Caritas-Chefin plädierte zudem für eine bessere Unterstützung von pflegenden Angehörigen, die einen Großteil der unentgeltlichen Pflege leisten. Ohne ausreichende Hilfen, so ihre Warnung, könnten mehr Familien dazu übergehen, Vermögen zu übertragen oder andere Strategien zu nutzen, um die hohen Pflegekosten zu umgehen.

Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU) will voraussichtlich Mitte Mai einen Reformentwurf vorlegen. Dieser wird voraussichtlich die künftige Finanzierung und Unterstützungsstrukturen für die alternde Bevölkerung Deutschlands prägen.

Zwar zielen die geplanten Reformen darauf ab, die Finanzierung der Pflege langfristig zu stabilisieren, doch besteht die Gefahr, dass mehr Kosten auf Einzelne und ihre Familien abgewälzt werden. Welskop-Deffaas Warnungen unterstreichen die Notwendigkeit, Haushaltsziele mit einer gerechten Unterstützung für Pflegende in Einklang zu bringen. Der endgültige Entwurf, der im nächsten Monat erwartet wird, wird zeigen, wie diese Spannungen gelöst werden.

Quelle