Ruhrgebiet im Herbst: Fußball, Fotokunst und ein kultureller Neuanfang
Aysel MitschkeRuhrgebiet im Herbst: Fußball, Fotokunst und ein kultureller Neuanfang
Kultureller Wandel und persönliche Meilensteine prägen das Ruhrgebiet diesen Herbst
Von langjährigen Fußballtraditionen bis zu neuem künstlerischem Führungspersonal – die Region sprüht vor Geschichten von Verbindung und Veränderung. Ein herausragendes Projekt ist die beeindruckende Fotoserie des bulgarischen Fotografen Valery Poshtarov, die Vater-Sohn-Beziehungen in ganz Europa erkundet und bald im bodo-Magazin zu sehen sein wird.
Seit über zwei Jahrzehnten hält eine Hobbyfußballmannschaft in Castrop-Rauxel ihre wöchentlichen Spiele am Leben. Zu den Spielern gehört Micky Beisenherz, bekannt als Podcast-Host und TV-Moderator, dessen Mitwirkung die Mischung aus lockerem Enthusiasmus und ernsthaftem Können des Teams unterstreicht. Die lange Existenz der Mannschaft spiegelt eine tiefe lokale Verbundenheit wider, die Sport und Gemeinschaft vereint.
Unterdessen hat Valery Poshtarov mit seiner Kamera intime Momente zwischen Vätern und erwachsenen Söhnen in ganz Europa eingefangen. Seine Serie Vater und Sohn dokumentiert alles – von Zuneigung bis zu generationenübergreifenden Spannungen –, wobei jedes Paar Hände hält, eine Geste, die zugleich einfach und aufschlussreich ist. Die Bilder erscheinen in der Ausgabe von bodo vom 1. Oktober unter dem Titel Väter und Söhne und nehmen die Leser mit auf eine visuelle Reise durch kulturelle und emotionale Landschaften.
Auch das Theater im Ruhrgebiet erlebt frischen Schwung: Thorsten Bihegue hat die Leitung des Jungen Schauspielhauses in Bochum übernommen, nachdem Cathrin Rose die Position verlassen hatte. Seine erste Spielzeit als künstlerischer Leiter beginnt nun und verspricht neue kreative Impulse. In der Nähe eröffnete die Ruhrtriennale mit einem Heimspiel: Die Sängerin und Schauspielerin Larissa Sirah Herlen, bekannt als Lary, kehrte nach Gelsenkirchen zurück, um die Eröffnungsperformance des Festivals zu leiten.
Weitere lokale Geschichten bereichern den dynamischen Puls der Region. Birgit, die fast vier Jahre ohne festes Zuhause lebte, ist endlich in ihre eigene Wohnung gezogen – ein Übergang, den bodo begleitet hat. Und seit sechs Jahren fördert Thomas Kochs Gesprächsreihe den direkten Austausch von Angesicht zu Angesicht und beweist, dass persönlicher Dialog auch im digitalen Zeitalter lebendig bleibt.
Nicht zu vergessen: Dortmunds wilde Musikvergangenheit steht im Mittelpunkt von DortmUnderground 1978–1998, einer Ausstellung und einem Buch, die die Hochphase von Punk und Heavy Metal in der Stadt wiederaufleben lassen. Das Projekt taucht ein in zwei Jahrzehnte rebellischer Energie und wirft einen ungeschönten Blick auf die Subkulturen, die die Identität der Region geprägt haben.
Der Herbst im Ruhrgebiet entfaltet sich als Mischung aus Kontinuität und Wandel. Poshtarovs Fotografien erreichen das Publikum über bodo, während Bihegues Führung am Jungen Schauspielhaus ein neues Kapitel für die Bochumer Theaterszene einläutet. Von Fußballplätzen bis zu Festivalbühnen spiegeln diese Geschichten das Alltägliche und das Außergewöhnliche gleichermaßen wider.






