Skigebiete in Europa: Wo Überfüllung und Preise Urlauber verärgern
Hermann KreuselSkigebiete in Europa: Wo Überfüllung und Preise Urlauber verärgern
Eine neue Studie von Privacy Tutor deckt die größten Ärgerfaktoren für Skifahrer in Europas Top-Skigebieten auf. Überfüllte Pisten und hohe Preise dominieren die Beschwerden – doch die Probleme unterscheiden sich je nach Land deutlich. Manche Ziele sahen sich so massiver Kritik ausgesetzt, dass sie gegensteuern mussten.
Die Analyse stuft Les Deux Alpes in Frankreich als das am stärksten kritisierte Skigebiet ein – mit der Höchstnote von 100 von 100 Punkten. Gäste berichten dort von weitverbreiteter Unzufriedenheit, wobei überteuerte Preise und überlaufene Abfahrten an der Spitze der Klagen stehen.
In Österreich ist Überlastung das Hauptproblem. Mayrhofen in Tirol führt die Liste an: Fast 79 Prozent der Bewertungen bemängeln zu viele Besucher. St. Anton am Arlberg folgt dichtauf, wo fast die Hälfte aller Beschwerden über volle Lifte und Pisten klagt. Auch Ischgl und Sölden sehen sich mit ähnlichem Gegenwind konfrontiert, während Kronplatz in Südtirol mit denselben Schwierigkeiten kämpft.
Die Schweizer Skigebiete hingegen werden vor allem wegen ihrer Kosten kritisiert. Skifahrer monieren dort regelmäßig horrender Preise für Liftkarten, Ausrüstung und Unterkünfte.
In den vergangenen fünf Jahren versuchten einige Gebiete, die Lage zu entspannen. Mayrhofen führte 2022 Besucherobergrenzen und ein Online-Buchungssystem für Lifte ein. Sowohl Mayrhofen als auch Ischgl bauten Shuttle-Dienste aus und förderten den öffentlichen Verkehr, um den Autoverkehr zu reduzieren. Ischgl ging 2023 noch einen Schritt weiter und setzte in Stoßzeiten tägliche Skifahrer-Kontingente fest. Zudem wurden Kampagnen für Besuche außerhalb der Hauptsaison und nachhaltigen Tourismus gestartet, um die Gästeströme besser zu verteilen.
Die Studie zeigt eine klare Spaltung der Skifahrer-Frustpunkte: Während österreichische Gebiete mit Überlastung kämpfen, stehen in der Schweiz Preisbeschwerden im Vordergrund. Maßnahmen wie Obergrenzen, Kontingente und Verkehrsverbesserungen sollen die Bedingungen verbessern – doch in vielen beliebten Zielen bleiben die Probleme bestehen.






