Solarenergie an Straßen: Wie Deutschland Autobahnen und Radwege zu Kraftwerken macht
Hermann KreuselSolarenergie an Straßen: Wie Deutschland Autobahnen und Radwege zu Kraftwerken macht
Deutschland baut den Einsatz von Solarenergie entlang von Straßen und Verkehrswegen weiter aus. Neue Projekte testen, wie Photovoltaik(PV)-Anlagen in Autobahnen, Radwege und Lärmschutzwälle integriert werden können. Diese Installationen sollen saubere Energie erzeugen und gleichzeitig die Effizienz der Infrastruktur verbessern.
Seit Anfang 2023 beschleunigt das Land die Genehmigungsverfahren für solche Vorhaben. Fachleute schätzen, dass Straßen und Tunnel langfristig bis zu 300 Gigawatt Solarleistung tragen könnten – genug, um Millionen Haushalte mit Strom zu versorgen.
In Freising, Bayern, ging kürzlich ein 210-Kilowatt-Pilotprojekt ans Netz, das erprobt, wie Solarmodule in die Verkehrsinfrastruktur eingebunden werden können. Die Anlage soll unter anderem klären, ob PV-Strukturen den Übergang von Hell zu Dunkel an Tunneleingängen abmildern und gleichzeitig Beleuchtungssysteme mit Energie versorgen können.
Unterdessen wurde bei Freiburg ein 300 Meter langer Radweg mit einem PV-überdachten Dach ausgestattet, entwickelt vom Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme (ISE) und dem Energieversorger Badenova. Das Projekt untersucht, wie Solarmodule über Radwegen Strom erzeugen können, ohne zusätzliche Flächen zu verbrauchen.
Ein weiteres Testvorhaben betrifft ein Solardach über einer Landesstraße in Bayern, das Daten zu Haltbarkeit und Energieertrag liefern soll. Forscher betonen, dass die Installation von PV-Anlagen auf Lärmschutzwällen oder an Straßenrändern deutlich kostengünstiger ist als die Überdachung ganzer Autobahnen. Zudem ermöglichen Bereiche mit geringeren Geschwindigkeiten leichtere und günstigere Konstruktionen.
Jenseits der Straßen hat Sono Motors – mittlerweile in SonoSolar umbenannt – seinen Fokus auf Solarmodule für Busse und Nutzfahrzeuge verlegt. Das Unternehmen will erneuerbare Energielösungen für den öffentlichen Nahverkehr und Logistikflotten etablieren.
Allein die Straßenränder in Deutschland könnten zwischen 24 und 48 Gigawatt PV-Leistung aufnehmen – genug, um etwa 16 Millionen Haushalte mit sauberem Strom zu versorgen.
Die Initiative für verkehrsintegrierte Photovoltaik gewinnt an Fahrt. Mit beschleunigten Genehmigungsverfahren und mehreren laufenden Pilotprojekten testet Deutschland, wie Solarenergie in alltagstaugliche Verkehrsnetze eingebunden werden kann. Bei Erfolg könnten diese Systeme die Erzeugung erneuerbarer Energien deutlich steigern und gleichzeitig Straßen sowie Tunnel effizienter machen.






