Streaming-Dienste überholen 2025 erstmals das klassische Fernsehen
Der Wandel vom klassischen Fernsehen zum Online-Streaming hat sich 2025 weiter beschleunigt. Während traditionelle Sender kämpfen, boomen digitale Plattformen – die Werbeeinnahmen von Unternehmen wie Alphabet, Amazon und Meta steigen rasant. Besonders jüngere Zuschauer wenden sich zunehmend von Kabel- und Satellitenangeboten ab und setzen stattdessen auf Abruf-Dienste.
Im August 2025 blieb der TV-Werbemarkt weiter im freien Fall, ohne Anzeichen einer Besserung. Erstmals sank der Marktanteil klassischer Sender unter 50 Prozent im Monatsdurchschnitt. Gleichzeitig verzeichneten Online-Videoplattformen im zweiten Quartal ein zweistelliges Wachstum bei den Werbeeinnahmen.
Die Zahl der kostenpflichtigen Streaming-Abos in Deutschland wird bis Jahresende voraussichtlich 23,2 Millionen erreichen. Auch die Ausgaben der Haushalte steigen: Die durchschnittlichen monatlichen Kosten liegen mittlerweile bei 30 Euro – ein Anstieg von 30 Prozent gegenüber 2024. Vor allem junge Zuschauer zwischen 14 und 29 Jahren treiben den Exodus aus dem linearen Fernsehen voran.
Der Empfang über Kabel, Satellit oder Antenne verliert rapide an Bedeutung. Nur noch 28 Prozent der Haushalte nutzen Kabel, während 30 Prozent auf Satellit setzen. Die Sender reagieren, indem sie ihre eigenen Streaming-Bibliotheken ausbauen. Das ZDF startete seine Mediathek im März 2025 unter dem Motto „ZDF für alle“ neu – mit Fokus auf größere Zugänglichkeit.
BVoD (Broadcast Video on Demand) gewinnt an Fahrt, immer mehr Inhalte feiern ihre Premiere – oder sind exklusiv – in den Mediatheken. Die Medienexpertin Jeannine Michaelsen merkte an: „Dem Fernsehen gehen die guten Formate aus“, und verdeutlichte damit die Schwierigkeiten, Zuschauer zu halten.
Der Niedergang des klassischen Fernsehens ist unübersehbar: Die Zuschauerzahlen sinken, die Werbeeinnahmen schrumpfen. Streaming-Dienste verzeichnen hingegen weiter wachsende Abonnentenzahlen und höhere Umsätze. Während die Sender ihre Strategien anpassen, scheint der Trend zu digitalen Inhalten unaufhaltsam.






