Südzucker sichert Zukunft des Zuckerrübenanbaus mit neuen Verträgen und Mindestpreisen
Cathrin BlümelSüdzucker sichert Zukunft des Zuckerrübenanbaus mit neuen Verträgen und Mindestpreisen
Südzucker ergreift Maßnahmen zur Zukunftssicherung des Zuckerrübenanbaus in Süddeutschland
Das Unternehmen hat mit Landwirten neue Verträge abgeschlossen, die Mindestpreise festlegen und langfristige Planungssicherheit bieten. Gleichzeitig belasten globale Überproduktion und Handelsabkommen die Branche weiter.
Jeder Rübenbauer verfügt nun über einen individuellen Vertrag mit Südzucker, der faire Konditionen und Mindestpreise garantiert. Dr. Stefan Streng, zuständig für die Abstimmung zwischen Aktionärs- und Erzeugerinteressen, betonte die Notwendigkeit einer rentablen, aber nachhaltigen Bewirtschaftung. Die Vereinbarungen sollen die Rübenproduktion trotz sinkender Marktpreise wirtschaftlich tragfähig halten.
Expansionspläne für Standorte in Bayern oder Süddeutschland gibt es nicht. Stattdessen setzt das Unternehmen auf die Modernisierung bestehender Anlagen und die Erschließung neuer Verwendungsmöglichkeiten für Zucker. Zwar macht Zucker noch 40 Prozent des Südzucker-Umsatzes aus, doch der Konzern hat sich breiter aufgestellt – 60 Prozent stammen mittlerweile aus anderen Geschäftsbereichen.
Gegen Schädlinge wie Zikaden hat Südzucker ein Maßnahmenpaket entwickelt, das Fruchtfolge, Pflanzengesundheit und Monitoring umfasst. Ob sie ihre Anbauflächen verringern, entscheiden die Landwirte individuell; zentrale Daten zu aktuellen Änderungen liegen nicht vor. Zudem lehnt das Unternehmen das Mercosur-Handelsabkommen ab, da es europäische Produzenten ohne ausreichende Schutzmechanismen benachteiligen würde.
Bundeshilfen bleiben entscheidend: Das Agrarministerium bestätigte Notfallzulassungen für den Rübenanbau bis mindestens 2026. Südzucker behandelt Zuckerrüben weiterhin als strategische Priorität und hebt deren regionale Attraktivität unter dem Label "Rübenzucker" hervor.
Die neuen Verträge und Fördermaßnahmen sollen den Rübenanbau in einem schwierigen Marktumfeld stabilisieren. Die Landwirte erhalten mehr Planungssicherheit, während Südzucker auf Innovation statt auf Expansion setzt. Die Zukunft der Branche hängt davon ab, Handelsdruck, Nachhaltigkeitsbemühungen und die Verbrauchernachfrage nach regionalen Produkten in Einklang zu bringen.






