Wahlplakate in Bayern: Warum Kommunen jetzt die Notbremse ziehen
Mariechen Grein GrothWahlplakate in Bayern: Warum Kommunen jetzt die Notbremse ziehen
Wahlplakate sorgen in Bayern für Frust – Kommunen verschärfen die Regeln
In Bayern führen Wahlplakate zunehmend zu Verärgerung, lokale Politiker fordern schärfere Vorschriften. In Betzigau bezeichnete ein Gemeinderat der Grünen die Flut an Schildern als "Dschungel", während ein Kollege in Kempten berichtete, Freunde hätten angesichts des Wildwuchses seine Zurechnungsfähigkeit infrage gestellt. Immer mehr Städte ergreifen nun Maßnahmen, um die Wahlwerbung einzudämmen.
Joachim Borghoff, Grünen-Mitglied im Gemeinderat von Betzigau, hatte als Erster die überbordende Menge an Wahlplakaten kritisiert. Seine Vorbehalte veranlassten seine Fraktion, einen Antrag auf strengere Regeln für Wahlwerbung einzubringen.
Doch das Problem beschränkt sich nicht auf Betzigau. In Kempten schilderte der Grünen-Stadtrat Thomas Hartmann während einer Sitzung des Tourismusbeirats eine persönliche Anekdote: Besucher hätten ihn gefragt, ob er "noch alle Tassen im Schrank" habe – angesichts der schieren Anzahl an Plakaten, die das Stadtbild überfluteten.
Bayernweit reagieren immer mehr Kommunen auf solche Klagen. Seit 2023 haben 42 Städte und Gemeinden – darunter Großstädte wie München, Nürnberg und Augsburg – Beschränkungen für Wahlwerbung eingeführt. Bis März 2026 werden diese Regelungen in der gesamten Region verbindlich gelten.
Hinter dem Vorstoß für strengere Auflagen steht die wachsende Sorge um visuelle Umweltverschmutzung während der Wahlkämpfe. Da bereits 42 bayerische Kommunen neue Vorschriften umsetzen, deutet sich an, dass weitere Änderungen folgen könnten. Politiker wie Borghoff und Hartmann machen deutlich: Unkontrollierte Plakatfluten werden auf immer größeren Widerstand stoßen.






