31 May 2026, 12:24

20 Jahre Informationsfreiheitsgesetz: Transparenz zwischen Erfolg und politischer Sabotage

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20 Jahre Informationsfreiheitsgesetz: Transparenz zwischen Erfolg und politischer Sabotage

Deutschlands Informationsfreiheitsgesetz (IFG) ist nun seit zwei Jahrzehnten in Kraft. Das Gesetz ermöglicht es jedem – von Journalisten bis hin zu Bürgerinnen und Bürgern –, behördliche Dokumente anzufordern, darunter E-Mails und interne Notizen. Zwar hat es bereits wichtige Details ans Licht gebracht, doch seine Wirksamkeit bleibt durch politischen Widerstand und bürokratische Hürden bedroht.

Das IFG sollte die Arbeit der Regierung transparenter machen. Im Laufe der Jahre deckte es Fälle auf, in denen Beamte und Privatunternehmen im Hintergrund absprachen. Eine Anfrage enthüllte, wie ein Regierungssprecher und ein Unternehmensvertreter ihre Antworten auf eine Presseanfrage abstimmten. Ein weiterer Fall zeigte, dass Wolfram Weimer, ein Beamter in öffentlicher Funktion, weiterhin E-Mails von seinem früheren Arbeitgeber erhielt – obwohl er behauptet hatte, sich aus dem Geschäft zurückgezogen zu haben.

Häufig folgen juristische Auseinandersetzungen, wenn Behörden die Herausgabe von Dokumenten verweigern. Das macht das Verfahren kostspielig und zeitaufwendig und schränkt den Zugang für viele Menschen ein. Kritiker werfen dem System vor, es begünstige mittlerweile vor allem diejenigen mit juristischen Ressourcen – und untergrabe damit seinen ursprünglichen Zweck.

Auch Politiker haben versucht, das Gesetz zu schwächen. Der CDU-Abgeordnete Philipp Amthor setzte sich während von Koalitionsverhandlungen dafür ein, das IFG abzuschaffen, nachdem es seine eigenen Geschäfte offenlegte. Die SPD blockierte den Vorstoß, doch die zukünftige Unterstützung für das Gesetz bleibt ungewiss. In Berlin ermöglichen jüngste Änderungen den Behörden bereits jetzt, mehr Anfragen mit Verweis auf Sicherheitsbedenken abzulehnen.

Die Plattform FragDenStaat, die das IFG nutzt, um öffentliche Unterlagen zu recherchieren, hat mit ihren Enthüllungen für Aufsehen gesorgt. Eine Untersuchung förderte zutage, dass eine NGO mit Verbindungen zum früheren CDU-Vorsitzenden Armin Laschet Millionen an öffentlichen Geldern erhielt – mit kaum Kontrollen. Solche Enthüllungen belegen den Wert des Gesetzes, zeigen aber auch den anhaltenden Kampf um seinen Erhalt.

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Das IFG bleibt ein zentrales Instrument, um staatliches Handeln aufzudecken. Doch sein Fortbestand hängt vom politischen Willen ab. Hohe Prozesskosten und bürokratische Widerstände schränken den Zugang für viele Bürger weiterhin ein. Ohne stärkere Absicherung könnte die Fähigkeit des Gesetzes, Macht zur Rechenschaft zu ziehen, weiter schwinden.

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