13 June 2026, 12:16

Aktivistin spendet umstrittene Gedichte des Kulturministers an Nationalbibliothek

"Pilzdeckel" für alle

Aktivistin spendet umstrittene Gedichte des Kulturministers an Nationalbibliothek

Die Aktivistin Martha Root hat eine umstrittene Gedichtsammlung des Kulturministers Wolfram Weimer an die Deutsche Nationalbibliothek gespendet. Der Band mit dem Titel „Kopfpilz“ enthält derbe und geschmacklose Gedichte, darunter „Vorfreude“ und „Unglück“. Roots Schritt erfolgt trotz Weimers jüngster Entscheidung, den Ausbau der Bibliothek im März vorläufig zu stoppen.

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Erstmals auf sich aufmerksam wurde Root, als sie beim Chaos Communication Congress eine rechtsextreme Dating-Plattform infiltrierte. Ihre jüngste Aktion betrifft „Kopfpilz“, den sie digitalisierte und auf Archive.org für den kostenlosen öffentlichen Zugriff hochlud. Zudem plant sie, ein physisches Exemplar zu versteigern, um Spenden für Lesen Hilft zu sammeln – eine Initiative, die linke Buchhandlungen unterstützt.

Root betont, es gehe ihr nicht um einen persönlichen Angriff auf Weimer, sondern um eine breitere Debatte über kulturelle Werte. Sie argumentiert, dass seine Weigerung, sich zu seinem frühen Werk zu äußern, Zweifel an seiner Eignung als Kulturminister aufwirft. Weimers Ministerium bezeichnete den Stopp des Bibliotheksausbaus später als „Moratorium“, nachdem es Kritik gegeben hatte.

Die gespendete Gedichtsammlung ist nun Teil des nationalen Archivs. Ein gedrucktes Exemplar wird verkauft, um unabhängige Buchhandlungen zu fördern. Der Vorfall hat bereits neue Diskussionen über Verantwortung und kulturelle Maßstäbe im öffentlichen Amt entfacht.

Quelle