Amanda Knox unterstützt Lucy Letby – und löst damit neue Empörung aus
Hermann KreuselAmanda Knox unterstützt Lucy Letby – und löst damit neue Empörung aus
Amanda Knox hat öffentlich ihre Unterstützung für die verurteilte Krankenschwester Lucy Letby gezeigt – und zwar während der Promotion für ihre Dokumentation Mouth Of The Wolf. Bei einer Fragerunde in London enthüllte sie, dass sie Letby einen Brief sowie ein Exemplar ihrer 2021 erschienenen Autobiografie Frei zugeschickt habe. Diese Geste hat die Kritik der Familie von Meredith Kercher neu entfacht – jenes britischen Studenten, dessen Mord Knox einst verurteilt und später freigesprochen wurde.
Der Anwalt der Kercher-Familie warf Knox vor, das Andenken an Meredith erneut für ihre Zwecke auszunutzen, und bezeichnete ihr Vorgehen als Versuch, aus der Tragödie "Kapital zu schlagen". Im Greenwich Picturehouse kämpfte Knox mit den Tränen, als sie über ihren Podcast zu Letbys Fall sprach. Ein Zuschauer berichtete später, Knox habe die inhaftierte Krankenschwester in ihrem Schreiben aufgefordert, sich "an die Hoffnung zu klammern". Obwohl die beiden nie direkt miteinander gesprochen haben, bestätigte Knox, dass sie sowohl einen Brief als auch ihr Buch an Letby geschickt habe.
Die Familie Kercher reagierte umgehend über ihren Anwalt, Francesco Maresca. Er verurteilte Knox dafür, dass sie "wieder einmal" aus Merediths Tod "Kapital schlage", und sprach von der "x-ten Wiederholung" eines solchen Verhaltens. In einer Stellungnahme erklärte die Familie, es sei "jetzt genug" – ein deutliches Zeichen ihrer Verärgerung über Knox' anhaltende öffentliche Auseinandersetzung mit dem Fall.
Knox' Dokumentation Mouth Of The Wolf beleuchtet ihr Leben nach der Haft, nachdem sie 2015 in Italien endgültig freigesprochen wurde. Ihr 2021 erschienenes Buch Frei vertieft diese Thematik und schildert ihre Kämpfe und ihren Neuanfang. Beide Projekte halten sie in der Öffentlichkeit präsent – wenn auch nicht ohne Kontroversen.
Knox' Brief an Letby und ihre öffentlichen Äußerungen haben nun neue Aufmerksamkeit auf sie gezogen. Während der Anwalt der Kercher-Familie ihre Haltung erneut scharf kritisierte, setzt Knox weiterhin auf Filme, Bücher und Podcasts, um ihre Geschichte zu erzählen. Der Austausch unterstreicht die anhaltenden Spannungen zwischen Knox und denen, die mit dem Fall verbunden sind – jenem Fall, der einst ihr Leben prägte.






