Auswärtiges Amt startet größte Strukturreform seit Jahrzehnten
Mariechen Grein GrothAuswärtiges Amt startet größte Strukturreform seit Jahrzehnten
Das Auswärtige Amt durchläuft die größte Strukturreform seit Jahren. Minister Johann Wadephul hat die Umgestaltung eingeleitet, um sich an veränderte globale und europäische Dynamiken anzupassen. Fast alle 3.000 Mitarbeiter erhalten im Rahmen der Änderungen neue E-Mail-Adressen.
Die Reform wird von den Berufsstaatssekretären Géza Andreas von Geyr und Bernhard Kotsch geleitet. Ganze Abteilungen werden aufgelöst, zusammengelegt oder umstrukturiert – vier Unterabteilungen und neun Fachreferate entfallen. Sämtliche Einheiten in der Berliner Zentrale erhalten neue Bezeichnungen, und die Mitarbeiter werden im Herbst die Büros wechseln.
Die Zuständigkeit für Russland und die Ukraine fällt künftig in den Bereich der Europa-Abteilung. Der USA-/Kanada-Referat wird in eine neu geschaffene Amerika-Abteilung eingegliedert, die Nord- und Lateinamerika vereint. Durch diese Verschiebung verliert der Politische Direktor zentrale Länderverantwortungen.
Das Auswärtige Amt betont, dass der Politische Direktor weiterhin eine zentrale Rolle in der Sicherheitspolitik spielt. Derzeit bekleidet der Diplomat Dominik Mutter diesen Posten. Erfahrene Diplomaten sehen in der Neugestaltung der Position jedoch eine Schwächung ihres Einflusses.
Das Ministerium begründet die Änderungen mit der Notwendigkeit, sich auf neue internationale Herausforderungen einzustellen. Die Reform wird interne Arbeitsabläufe und Berichtswege verändern. Personalanpassungen und Büroumzüge sollen noch bis in den Herbst andauern.






