Bayerische Städte tauschen Ampelmännchen gegen lokale Kultfiguren aus
Mariechen Grein GrothWenn es grün ist, hopse weiter - spezielle Ampelmotive im Aufwind - Bayerische Städte tauschen Ampelmännchen gegen lokale Kultfiguren aus
Mehrere bayerische Städte ersetzen klassische Fußgängerampeln durch Motive mit lokalem Kultbezug
Die verspielte Aktion kommt bei den Einwohnern gut an, wirft aber auch Fragen zur Verkehrssicherheit auf.
Die Umgestaltungen reichen von historischen Persönlichkeiten über regionale kulinarische Spezialitäten bis hin zu Figuren aus der Folklore.
Den Anfang machte Augsburg mit seiner "Kasperl-Ampel" in der Nähe des Stadttheaters. Das Design, inspiriert von einer traditionellen Puppenfigur, benötigte eine Sondergenehmigung der Regierung von Schwaben.
München verfügt mittlerweile über drei Ampeln mit dem "Pumuckl", einem schelmischen Kobold aus Kinderbüchern. Straubing entschied sich für den "Bruder Straubinger", eine Figur aus der örtlichen Faschingsradition, während in Dachau die Ampelmännchen in traditioneller bayerischer Tracht zu sehen sind. Nürnbergs Fußgängersignal zeigt Albrecht Dürers "Feldhasen" als Zeichen für Grün.
Der Vorschlag der Stadt Hof, den bekannten Würstchenverkäufer "Wärschtlamo" abzubilden, wurde zunächst aus Sicherheitsbedenken abgelehnt. Nach einer Prüfung erhielt die Stadt jedoch die Erlaubnis zur Installation. Deggendorf wiederum wählte eine knödelwerfende Frau als Motiv für seine Fußgängerampel.
Das bayerische Innenministerium steht dem Trend skeptisch gegenüber. Beamte argumentieren, dass standardisierte Designs für Klarheit und Sicherheit sorgen. Dennoch bleibt es den Kommunen überlassen, Alternativen vorzuschlagen – die Regionalregierungen prüfen jeden Einzelfall auf Konformität mit den bundesweiten Verkehrsregeln.
Die individuellen Ampeln sind zu einem humorvollen Symbol des lokalen Stolzes geworden. Während einige Städte auf noch kreativere Entwürfe drängen, hängt die Genehmigung davon ab, ob sich regionale Identität mit den Vorgaben der Verkehrssicherheit vereinbaren lässt. Die Diskussion zeigt, wie selbst alltägliche Infrastruktur kulturelle Eigenheiten widerspiegeln kann.






