Bayerische Telefonseelsorge: Studie zeigt Stärken und akute Personalnot
Aysel MitschkeUmfrage unter Seelsorgern: Beratung soll vielfältiger werden - Bayerische Telefonseelsorge: Studie zeigt Stärken und akute Personalnot
Erstmalige Studie untersucht bayerische Telefonseelsorge – Stärken und drängende Herausforderungen
Eine bundesweit einzigartige Studie hat die Krisentelefondienste in Bayern unter die Lupe genommen und dabei sowohl zentrale Stärken als auch dringende Problemfelder aufgezeigt. Die vom Zentrum für Angewandte Pastoralforschung der Ruhr-Universität Bochum durchgeführte Untersuchung betont zwar das große Engagement der Mitarbeiter:innen, weist aber auch auf Lücken in der Betreuung vielfältiger Gemeinschaften hin.
Die im Auftrag der Telefonseelsorge erstellte Studie ist die erste umfassende Bestandsaufnahme der telefonischen Beratungsangebote in Bayern. Sowohl hauptamtliche als auch ehrenamtliche Seelsorger:innen äußerten eine hohe Zufriedenheit mit ihrer Arbeit und einen starken emotionalen Einsatz. Dennoch berichteten sie durchgehend von extremen Arbeitsbelastungen und chronischem Personalmangel.
Bisher verhinderten Datenschutzbestimmungen und logistische Hürden detaillierte Befragungen der Nutzer:innen. Daher gibt es keine Aufzeichnungen darüber, wie mehrsprachige Angebote in den vergangenen fünf Jahren genutzt wurden oder welche Regionen und Gruppen besonders davon profitieren. In der nächsten Forschungsphase sollen nun direkt Rückmeldungen von Anrufenden zu ihren Erfahrungen gesammelt werden.
Der Bericht fordert einen Ausbau interkultureller Unterstützung, um der wachsenden Diversität Bayerns gerecht zu werden. Der Ausbau mehrsprachiger Dienstleistungen hat zwar Priorität, doch fehlende Finanzmittel und Personalengpässe bleiben große Hindernisse. Die Trägerorganisationen der Hotlines wurden aufgefordert, diese Herausforderungen anzugehen, um die Nachfrage besser bedienen zu können.
Die Ergebnisse unterstreichen den dringenden Bedarf an zusätzlichen Ressourcen, um die Krisenhilfe in Bayern zu verbessern. Ohne weitere Mittel und Personal wird es schwierig bleiben, interkulturelle und mehrsprachige Angebote auszubauen. Künftige Forschungsarbeiten konzentrieren sich nun auf die Erfahrungen der Anrufenden, um gezielte Verbesserungen voranzutreiben.






