17 March 2026, 00:54

Bayern und Bund beschleunigen Bahnprojekte – Söder drängt auf Transrapid-Comeback

Eine Karte von Ludwigshafen, Deutschland, mit einer roten Linie, die die Bahnroute zeigt, und Text, der die Länge, Entfernung und Sehenswürdigkeiten der Bahn beschreibt.

Bayern und Bund beschleunigen Bahnprojekte – Söder drängt auf Transrapid-Comeback

Bayern und die Bundesregierung haben sich auf eine Beschleunigung großer Verkehrsprojekte in der Region verständigt. Der Vorstoß erfolgt vor dem Hintergrund von Bedenken wegen Verzögerungen beim Ausbau von Schienen- und Straßennetzen, darunter wichtige Verbindungen in die Nachbarländer. Der bayerische Ministerpräsident Markus Söder forderte zudem klarere Pläne für die Wiederbelebung der Magnetschwebebahn-Technologie (Transrapid) im Freistaat.

Bei einem Treffen zwischen Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder und Söder wurde die gemeinsame Initiative zur Beschleunigung kritischer Infrastrukturprojekte bestätigt. Zu den Prioritäten zählen die Bahnstrecke Nürnberg–Prag sowie der Franken-Sachsen-Korridor, die beide für den grenzüberschreitenden Verkehr von zentraler Bedeutung sind. Die Bundesregierung arbeitet nun daran, die Bauplanungen abzuschließen und die Finanzierung für diese Strecken zu sichern.

Söder kritisierte das langsame Tempo in Deutschland und verwies darauf, dass Österreich ähnliche Projekte innerhalb weniger Jahre abschließen wolle, während sich die deutschen Zeitpläne bis 2050 erstreckten. Er bestand auf schnelleren Fortschritt, insbesondere bei der Brenner-Bahnverbindung, die nahtlos an den künftigen Brenner-Basistunnel angebunden werden muss. Auch der Ausbau der Autobahn A93 in Richtung tschechischer Grenze wird vorangetrieben.

Beim Thema Magnetschwebebahn drängte Söder auf konkrete Schritte. Er forderte eine Wiederbelebung des Systems, vor allem in Nürnberg und möglicherweise im Raum Augsburg. Das Projekt müsse endlich aus der Diskussion in die Umsetzung überführt werden, ohne weitere Verzögerungen.

Ein Projekt, das bereits Fortschritte macht, ist die bayerische Inntal-Bahnstrecke zwischen Kufstein und Rosenheim. Nach einer Bundesförderentscheidung aus dem Jahr 2023 sollen die Bauarbeiten 2025 beginnen. Wichtige Meilensteine sind die Planfeststellung für den ersten Abschnitt im März 2025 und die Vergabe von Erdbauaufträgen bis Juni 2025. Die Fertigstellung ist nun für 2032 vorgesehen – zwei Jahre später als ursprünglich geplant.

Die Vereinbarungen markieren einen Vorstoß, um Verzögerungen im bayerischen Verkehrsnetz zu verringern. Mit der Unterstützung von Bund und Land sollen Schienen- und Straßenprojekte nun zügiger genehmigt und finanziert werden. Im Fokus stehen der Abschluss von Verbindungen in die Tschechische Republik und nach Österreich sowie die Wiederbelebung der Magnetschwebebahn-Technologie in wichtigen bayerischen Städten.

AKTUALISIERUNG

Neue Finanzierung und Gesetzesänderungen stärken Bayerns Verkehrsprojekte

Die Bundesregierung hat konkrete Schritte unternommen, um Infrastrukturprojekte in Bayern zu beschleunigen. Patrick Schnieder hat den Bau von 23 Straßenprojekten landesweit genehmigt, darunter wichtige bayerische Routen wie die A93. Ein neues Infrastruktur-Zukunftsgesetz, das im Oktober 2026 beschlossen wurde, beschleunigt Genehmigungen durch die Reduzierung von Bürokratie und die Priorisierung von Projekten wie der A94-Verlängerung. Dieses Gesetz eliminiert auch Umweltverträglichkeitsprüfungen für kurze Elektrifizierungsprojekte, was für Linien wie Aschaffenburg–Miltenberg über ein Jahr in der Planung spart.