13 March 2026, 20:37

Berlins Buchstabenmuseum schließt für immer – was wird aus den Neon-Schätzen?

Eine alte Postkarte mit verschiedenen Bildern von Berlin, darunter Gebäude, Bäume und eine Statue, mit handgeschriebener Schrift darauf.

Berlins Buchstabenmuseum schließt für immer – was wird aus den Neon-Schätzen?

Berlins Buchstabenmuseum, Heimat von rund 3.500 Neon-Leuchtbuchstaben, schließt für immer seine Türen

Die Entscheidung folgt auf Jahre finanzieller Not, verschärft durch sinkende Besucherzahlen und steigende Kosten. Zu den Schätzen der Sammlung zählt das ikonische "Dekorativer Fisch"-Schild, ein Wahrzeichen Friedrichshains seit über 40 Jahren.

Die Probleme des Museums begannen lange vor der Schließung. Seit der Pandemie halbierten sich die Besucherzahlen, während Energie- und Betriebskosten explodierten. Gründerin Barbara Dechant und ein 120 Mitglieder zählender Verein hielten das Museum am Laufen – doch irgendwann waren die Mittel aufgebraucht.

Die Sammlung umfasst Neonbuchstaben aus Berlin, Deutschland, Österreich und der Schweiz, viele davon gerettet aus alten Läden, Bahnhöfen und öffentlichen Gebäuden. Ein besonderes Highlight ist das "Dekorativer Fisch"-Schild, das der Schöpfer der Hausschrift dieser Zeitung, Lucas de Groot, Anfang der 1980er-Jahre entwarf. Ursprünglich warb es für ein DDR-Zeit Tiergeschäft und erleuchtete jahrzehntelang das märchenhafte Hochhaus am Frankfurter Tor. Das Museum bewahrt sogar das demontierte Original auf – neben einer Replik aus dem Jahr 1999.

Mit der Schließung beginnt nun die Suche nach Lagerlösungen und einer neuen Institution, die das Erbe übernehmen könnte. Das Schicksal der Buchstaben – darunter historische Schilder wie "Dekorativer Fisch" – bleibt vorerst ungewiss.

Die Schließung hinterlässt eine Lücke in der Bewahrung Berlins Neon-Kulturerbes. Die 3.500 Leuchtbuchstaben – von lokalen Wahrzeichen bis zu grenzüberschreitenden Relikten – brauchen ein neues Zuhause. Ob dieses leuchtende Stück Geschichte gerettet werden kann, hängt nun von der Suche nach Partnern und Räumlichkeiten ab.

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