Brandanschläge in München: 32-Jähriger soll Baumaschinen und Windrad angezündet haben
Cathrin BlümelBrandanschläge in München: 32-Jähriger soll Baumaschinen und Windrad angezündet haben
Ein 32-jähriger Mann muss sich wegen einer Serie von Brandanschlägen in und um München vor Gericht verantworten. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm vor, zwei Brände gelegt und einen weiteren versuchten Brandanschlag verübt zu haben – gezielt gegen Baumaschinen und eine Windkraftanlage. Der Fall könnte nun mit Dutzenden ähnlicher Vorfälle im vergangenen Jahr in Verbindung stehen.
Die Münchner Staatsanwaltschaft hat den Mann offiziell beschuldigt, im Juli 2024 in Oberhaching einen Bauzug in Brand gesetzt zu haben. Bei einem weiteren Feuer, das er laut Anklage verlegt haben soll, wurden auf einem Firmengelände im Norden Münchens Maschinen zerstört; der Schaden beläuft sich auf etwa eine Million Euro. Ein separater Versuch, eine Windkraftanlage in Berg niederzubrennen, soll gescheitert sein.
Ermittler vermuten, dass diese Taten Teil eines größeren Musters sein könnten. Seit August 2023 hat eine Sonderermittlungsgruppe mit dem Namen Raute Dutzende Brände dokumentiert, die sich gegen Mobilfunkmasten, Bahnanlagen und Polizeifahrzeuge in München und Umgebung richteten. Die Zentralstelle zur Bekämpfung von Extremismus und Terrorismus (ZET) in Bayern hat den Fall übernommen und geht von politisch motiviertem Extremismus aus.
Den Angaben zufolge soll der Beschuldigte zudem in einem anarchistischen Medium Texte veröffentlicht haben, in denen Straftaten verherrlicht werden. Nun muss das Landgericht München I entscheiden, ob die Anklage zur Hauptverhandlung zugelassen wird.
Der Mann wird weiterhin wegen mehrfacher Straftaten ermittelt, darunter Brandstiftung und die Billigung von Straftaten. Sollte es zur Anklageerhebung kommen, wird der Prozess seine mutmaßliche Rolle in einer größeren Welle von Angriffen auf kritische Infrastruktur untersuchen. Die Behörden prüfen weiterhin mögliche Verbindungen zu anderen ungelösten Fällen in der Region.