Brandenburger Grundschule wird "Schule ohne Rassismus" – trotz Elternklage
Cathrin BlümelBrandenburger Grundschule wird "Schule ohne Rassismus" – trotz Elternklage
Die Grundschule Bestensee in Brandenburg wird bald eine „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“. Die Entscheidung fiel nach einer deutlichen Abstimmung unter den Schulmitgliedern, doch sie hat auch eine Klage einer Elterninitiative ausgelöst.
Eine große Mehrheit der Schulfamilie unterstützte den Plan, dem Netzwerk beizutreten. Bei der Abstimmung sprachen sich 78 Prozent der Teilnehmer für den Schritt aus, bei einer Wahlbeteiligung von 92 Prozent. Die Schulleitung setzte den Beschluss trotz des Widerstands einer Elterninitiative durch, die von einem AfD-Mitglied angeführt wird.
Die Initiative warf dem „Courage-Netzwerk“ vor, gegen die Neutralitätspflicht zu verstoßen und eine linksgerichtete Tendenz im Unterricht zu fördern. Die brandenburgische Bildungsbehörde wies diese Bedenken zurück und berief sich auf den Beutelsbacher Konsens, der eine offene Auseinandersetzung mit demokratischen Themen fördert. Bildungsminister Gordon Hoffmann besuchte später die Schule, um seine Unterstützung für die Entscheidung der Schulleitung zu bekunden.
Die Gründerin der Elterninitiative hat nun den Rechtsweg beschritten. Vor dem Verwaltungsgericht Cottbus wurde Klage eingereicht, mit dem Ziel, die Behörde per Urteil zu verpflichten, einem Antrag auf Aufsichtsmaßnahmen gegen die Zusammenarbeit der Schule mit dem Netzwerk nachzukommen.
Der Beitritt der Schule zum Programm „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ steht weiterhin an. Das Gerichtsverfahren ist noch nicht entschieden, doch die Bildungsbehörde hält an ihrer Position fest. Der Streit zeigt die Spannungen um die politische Neutralität an Schulen auf.






