CDU/CSU und SPD warnen vor schwindendem Einfluss durch Kürzungen der Entwicklungshilfe
Mariechen Grein GrothUngewöhnliche Allianz fordert mehr Geld für Entwicklungszusammenarbeit - CDU/CSU und SPD warnen vor schwindendem Einfluss durch Kürzungen der Entwicklungshilfe
Ein neues Positionspapier fordert Deutschland auf, den Rückgang der Ausgaben für Entwicklungshilfe umzukehren. Unterstützt von Politikern aus CDU, CSU und SPD warnt das Dokument, dass weitere Kürzungen den globalen Einfluss der Bundesländer schwächen könnten. Die Autoren argumentieren, dass Entwicklungspolitik ein zentrales Instrument zur Krisenprävention und zur Sicherung von Stabilität in einer instabilen Welt sei.
In den vergangenen fünf Jahren ist die öffentliche Entwicklungszusammenarbeit (ODA) Deutschlands von 0,66 Prozent der Wirtschaftsleistung im Jahr 2020 auf etwa 0,52 Prozent im Jahr 2024 gesunken. Länder wie Schweden (1,02 Prozent), Norwegen (1,01 Prozent) und Dänemark (0,95 Prozent) liegen dagegen konsequent über dem UN-Ziel von 0,7 Prozent. Selbst Luxemburg und die Niederlande wenden einen größeren Anteil ihres Nationaleinkommens für Entwicklungshilfe auf.
Das Positionspapier, verfasst unter anderem von Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU), dem ehemaligen Entwicklungsminister Gerd Müller (CSU) und dem Ökonomen Moritz Schularick, bezeichnet die 'weiche Macht' der Bundesländer in der Entwicklungszusammenarbeit als 'strategischen Wettbewerbsvorteil'. Sie warnen, dass weitere Haushaltskürzungen – die für 2026 erwartet werden – das Risiko bergen, Einfluss an andere globale Akteure abzugeben.
Auch die SPD-Bundesministerin Reem Alabali-Radovan unterstützt das Papier, das betont, dass Sicherheit von der Verhinderung von Krisen durch stabile Institutionen und Partnerschaften abhängt. Müller kritisiert insbesondere die jüngsten Kürzungen und argumentiert, dass die reduzierten Investitionen der Bundesländer seine Fähigkeit untergraben, die internationale Entwicklung mitzugestalten.
Die Autoren des Papiers drängen auf sofortiges Handeln, um den Abwärtstrend bei der Finanzierung umzukehren. Ohne höhere Investitionen könnte die Rolle der Bundesländer in der globalen Entwicklung weiter schrumpfen. Der Vorschlag steht nun zur Debatte, während die Haushaltsentscheidungen näher rücken.
Koalition sichert wichtige Entwicklungsförderungssteigerungen trotz allgemeiner Budgetkürzungen
Die Koalitionsbudgetänderungen sicherten gezielte Aufstockungen für Entwicklungsvorrangsprioritäten im Jahr 2026, trotz eines Rückgangs der BMZ-Finanzierung von €10,31 Milliarden auf €10,06 Milliarden. Wichtige Steigerungen beinhalten:
- +€11,99 Millionen für die Teilnahme am Weltnahrungsprogramm
- +€14,8 Millionen in UN-Beiträgen
- +€13,2 Millionen für wirtschaftliche Entwicklungs partenariats
- +€11 Millionen für kirchliche Entwicklungsprojekte
- +€4,4 Millionen für private Sektoreninitiativen Trotz allem bleibt das deutsche ODA-Quotum bei 0,5% des BIP, immer noch unter dem im Juli 2025 versprochenen Ziel von 0,7%.






