27 April 2026, 20:29

CDU in Hessen riskiert Bruch mit AfD-Bündnis in Biebesheim am Rhein

Ein buntes Kartenplakat der 2011er Volksabstimmung in Südsudan mit Symbolen und erklärendem Text.

CDU in Hessen riskiert Bruch mit AfD-Bündnis in Biebesheim am Rhein

Ein CDU-Ortsverband in Hessen sieht sich mit massiver Kritik konfrontiert, nachdem er sich mit der AfD zusammengeschlossen hat, um in Biebesheim am Rhein einen stellvertretenden Bürgermeister zu wählen. Der Schritt hat Ausschlussverfahren gegen die beteiligten Mitglieder ausgelöst, da die Landesführung der Partei die Zusammenarbeit scharf verurteilte. Beide Gruppen hatten eine gemeinsame Kandidatenliste eingereicht, wodurch ein AfD-Mitglied einen Sitz im Gemeindevorstand erhielt.

Der Streit begann, als CDU- und AfD-Vertreter in Biebesheim am Rhein eine gemeinsame Liste für die Positionen der stellvertretenden Bürgermeister vorlegten. Ihre gemeinsame Kandidatur stand einer Gegeninitiative von SPD, Grünen und Freien Wählern gegenüber, die zusammen 17 der 31 Sitze im Gemeinderat kontrollieren. Die CDU, die über acht Sitze verfügt, strebte damit die Besetzung einer stellvertretenden Bürgermeisterposition an, während die AfD sechs Sitze hält.

Der hessische CDU-Landesverband distanzierte sich umgehend von der Entscheidung. Generalsekretär Leopold Born forderte "sofortiges und entschlossenes" Handeln, während der Kreisverband Groß-Gerau Ausschlussverfahren gegen die Beteiligten einleitete. Der Kreisvorsitzende Stefan Sauer bestätigte, dass weitere disziplinarische Maßnahmen geprüft werden.

Parteivertreter bezeichneten die Abstimmung als "offensichtlich spontan und unabgestimmt" und betonten, dass sie kein Präzedenzfall sei. Der Vorfall reiht sich in einen größeren Trend ein: Eine Studie des Wissenschaftszentrums Berlin (WZB) ergab, dass in fast 19 Prozent von 5.000 kommunalen Wahlen zwischen 2019 und 2024 andere Parteien direkt mit der AfD kooperierten.

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Durch die gemeinsame Liste wurde der AfD-Kandidat Bernd Kahnert in den Gemeindevorstand gewählt. Der CDU-Fraktionsvorsitzende Ulrich Harth hatte den Schritt vorangetrieben, doch die Parteiführung lehnt nun jede formelle Zusammenarbeit mit der rechtspopulistischen Gruppe ab.

Der örtliche CDU-Verband muss nun mit internen Konsequenzen für das Bündnis mit der AfD rechnen. Ausschlussverfahren laufen bereits, und die Partei bekräftigte erneut ihre Ablehnung einer Zusammenarbeit mit der Rechtspopulisten. Der Konflikt zeigt die anhaltenden Spannungen auf, wie mit der Beteiligung der AfD in der Kommunalpolitik umgegangen werden soll.

Quelle