29 June 2026, 18:47

CDU-Politiker Krings zerpflückt Kommission zur Reform des Prostituiertenschutzgesetzes

CDU-Vize Krings kritisiert Prostituiertenkommission

CDU-Politiker Krings zerpflückt Kommission zur Reform des Prostituiertenschutzgesetzes

Günter Krings, stellvertretender Vorsitzender der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, hat eine von Bundesfamilienministerin Karin Prien eingesetzte Kommission scharf kritisiert. Die Kommission prüft mögliche Reformen des deutschen Prostituiertenschutzgesetzes. Krings wirft dem Gremium vor, es stütze sich auf fehlerhafte Studien und vermittle ein verzerrtes Bild der Branche.

Besonders problematisch sei ein kriminologisches Gutachten, das die Kommission als zentrale Grundlage nutzt. Der Leiter dieser Studie sitzt zugleich der Kommission vor – eine Besetzung, die Krings als „einseitig“ bezeichnet. Die Forschung spiegle nur einen kleinen, privilegierten Ausschnitt der Sexarbeit wider, während der Großteil der Beschäftigten nicht einmal registriert sei.

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Laut dem Gutachten verfügen 25 Prozent der legal gemeldeten Sexarbeiter:innen über einen Hochschulabschluss und 80 Prozent über eine Krankenversicherung. Krings hält diese Zahlen für „völlig realitätsfremd“. Er verwies darauf, dass in Deutschland lediglich 50 Sexarbeiter:innen sozialversicherungspflichtig beschäftigt seien – ein Beleg dafür, dass die Daten die Mehrheit ignorierten.

Zudem warf Krings dem Kommissionvorsitzenden vor, „höchst fragwürdige Forschungsergebnisse“ zu verbreiten und diese nun zu verteidigen. Die CDU/CSU-Fraktion zeige sich seit Gründung des Gremiums „tief enttäuscht und fassungslos“.

Die Arbeit der Kommission stößt bei Krings und der Unionsfraktion auf massiven Widerstand. Die Ergebnisse spiegelten weder den tatsächlichen Umfang noch die Bedingungen der deutschen Sexindustrie wider. Angesichts dieser Vorbehalte dürfte die Debatte über eine Reform des Prostituiertenschutzgesetzes weiter kontrovers bleiben.

Quelle