CDU-Politikerin Connemann warnt vor "Bürokratie-Flutwelle" durch EU-Lohntransparenz
Mariechen Grein GrothCDU-Politikerin Connemann warnt vor "Bürokratie-Flutwelle" durch EU-Lohntransparenz
CDU-Politikerin Gitta Connemann hat die geplante EU-Richtlinie zur Lohntransparenz als überzogene Regulierung kritisiert. Im Gespräch mit ntv in der Sendung Blome & Pfeffer warnte sie am Montag, die neuen Vorschriften würden Unternehmen unter unnötigem Papierkram begraben. Die Richtlinie zielt zwar auf die Durchsetzung von Lohngerechtigkeit ab, stößt aber bei einigen deutschen Abgeordneten auf heftigen Widerstand.
Laut dem EU-Entwurf müssten Unternehmen mit 100 oder mehr Beschäftigten regelmäßig Berichte zur Entgeltgleichheit vorlegen. Selbst kleinere Betriebe – etwa eine Bäckerei mit nur acht Mitarbeitenden – wären verpflichtet, Lohnunterschiede inklusive Zusatzleistungen wie Firmenräder oder Boni zu prüfen und zu begründen. Connemann sprach von einer „Bürokratie-Flutwelle“, die Unternehmen jeder Größe belasten werde.
Deutschland verfüge bereits über Gesetze, die gleiche Bezahlung für gleiche Arbeit garantieren, argumentierte die Politikerin. Die neue Richtlinie bringe kaum Mehrwert, schaffe aber zusätzlichen Verwaltungsaufwand. Sie verwies auf den Draghi-Bericht zur europäischen Wettbewerbsfähigkeit, der statt weiterer Regulierung mehr Wachstum und Innovation fordere.
Die CDU-Abgeordnete bezeichnete die Pläne als „Musterbeispiel für europäische Überregulierung“. Solche Vorschriften bremsten ihrer Ansicht nach den Fortschritt, statt die Wirtschaft zu stärken. Ihre Äußerungen spiegeln eine grundsätzliche Debatte wider: Wie lässt sich der Schutz von Arbeitnehmenden mit unternehmerischer Effizienz in Einklang bringen?
Die geplante Richtlinie würde von Unternehmen unterschiedlicher Größe detaillierte Gehaltsberichte verlangen. Kritiker wie Connemann befürchten, dass sie nur überflüssige Hürden schafft, ohne die Fairness zu verbessern. Nun geht es um die Frage, ob strengere EU-Regeln Europas wirtschaftliche Zukunft fördern – oder eher behindern.






