20 March 2026, 18:25

Collien Fernandes wirft Christian Ulmen "virtuelle Vergewaltigung" vor – mit gravierenden Folgen

Schwarz-weißes Magazin-Cover mit der Aufschrift 'Humoristische Liste', das einen Mann in einem Anzug mit ernster Miene und eine Frau zeigt, die wegschaut und schmunzelt.

Collien Fernandes wirft Christian Ulmen "virtuelle Vergewaltigung" vor – mit gravierenden Folgen

Collien Fernandes, die Ex-Frau des Komikers Christian Ulmen, hat ihn öffentlich beschuldigt, in ihrem Namen gefälschte Online-Profile erstellt zu haben. Über diese Konten sollen pornografisches Material verbreitet, Online-Dating betrieben und sogar Telefonssex geführt worden sein – alles unter ihrer Identität. Fernandes bezeichnete diese Handlungen als eine Form der "virtuellen Vergewaltigung" und einen schwerwiegenden Eingriff in ihre persönlichen Grenzen.

Die Vorwürfe kommen Jahre, nachdem Ulmen durch die Darstellung frauenfeindlicher, provokanter Charaktere in Reality-TV-Sendungen bekannt geworden war. Seine früheren Rollen, darunter eine Show, in der Männer um ihre Freundinnen konkurrierten, rücken angesichts von Fernandes' Enthüllungen erneut in den Fokus.

Mitte der 2000er-Jahre spielte Christian Ulmen in der ProSieben-Sendung "Mein neuer Freund" mit, einer Reality-Show, in der er wöchentlich einen anderen abstoßenden Freund verkörperte. Zu seinen Figuren zählte etwa Alexander von Eich, ein reicher Aristokrat, der seine Freundin mit einem Stock demütigte, sowie andere kontrollierende und unangenehme Typen. Das Konzept der Show sah vor, dass die Frau ihren neuen Partner ihrer Familie vorstellte – nur um dann mit anzusehen, wie Ulmens Charakter sich so unmöglich benahm, dass sie die Beziehung schließlich beendete.

Zur gleichen Zeit moderierte Ulmen "Wer will meine Freundin vögeln?", eine Gameshow, in der Männer darum wetteiferten, wer die "heißeste" Freundin hatte. Die Aufgaben wurden weithin als geschmacklos und erniedrigend kritisiert. Als Fernandes, eine bekannte Moderatorin, 2010 eine Beziehung mit Ulmen begann, fragten sich viele – darunter auch die Autorin eines aktuellen Kommentars –, wie sie sich mit seinem öffentlichen Image als frauenverachtender Macho arrangieren könne, wo sie doch selbst als scharfsinnige und intelligente Persönlichkeit galt.

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Fernandes' aktuelle Schilderungen ihrer Ehe werfen ein neues Licht auf diese früheren Urteile. Sie wirft Ulmen vor, sein Verhalten habe sich weit über das Fernsehen hinaus erstreckt: Mit gefälschten Profilen habe er sie manipuliert und gedemütigt. Ihre Geschichte hat die Debatte über Missbrauch neu entfacht, wobei das Zitat der Überlebenden Gisèle Pelicot – "Die Scham muss die Seite wechseln" – als notwendiger Perspektivwechsel in der Wahrnehmung solcher Fälle genannt wird. Fernandes' Erlebnisse werden nun als Teil eines größeren Musters gesehen, in dem Männer Frauen verletzen – eine weitere öffentliche Enthüllung privater Gewalt.

Die Vorwürfe, die erstmals im November 2024 bekannt wurden, werden derzeit in Palma de Mallorca untersucht. Zwar gibt es keine direkten Verbindungen zwischen Ulmens TV-Auftritten und seinem privaten Verhalten, doch Fernandes' Aussagen deuten auf eine beunruhigende Kontinuität zwischen seiner inszenierten Frauenfeindlichkeit und seinen realen Taten hin.

Ihre Aussagen haben eine Neubewertung von Ulmens öffentlichem und privatem Wirken ausgelöst. Die Anschuldigungen wegen "virtueller Vergewaltigung" und emotionaler Manipulation stehen neben seiner Vergangenheit als Darsteller gewalttätiger Charaktere. Ihre Entscheidung, an die Öffentlichkeit zu gehen, hat auch andere dazu gebracht, das eigene frühe Urteil über ihre Beziehung zu ihm – einschließlich anfänglicher Skepsis – zu hinterfragen.

Der Fall verdeutlicht ein wiederkehrendes Problem: Die Grenze zwischen Inszenierung und Realität kann verschwimmen – mit langfristigen Folgen für die Betroffenen. Die Ermittlungen zu den Vorwürfen laufen noch.

Quelle