21 March 2026, 12:23

"Playboy Deutschland" klagt gegen Meta nach Facebook-Sperre – geht es um Zensur oder Regeln?

Schwarzes und weißes Foto eines Mannes in Anzug und Krawatte auf der Titelseite einer deutschen Zeitung, mit sichtbarem Text und einem ernsten Gesichtsausdruck.

"Playboy Deutschland" klagt gegen Meta nach Facebook-Sperre – geht es um Zensur oder Regeln?

Der Verlag des Playboy-Magazins, Kouneli Media, geht rechtlich gegen Meta vor, nachdem die deutsche Facebook-Seite des Magazins dauerhaft gelöscht wurde. Der Social-Media-Konzern hatte das Konto im Februar deaktiviert und dabei auf Verstöße gegen Gemeinschaftsstandards im Bereich erwachsenenbezogener Inhalte verwiesen. Nun wehrt sich das Unternehmen – unterstützt von Fürsprechern der Pressefreiheit.

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Meta nahm die Seite von Playboy Deutschland um den 17. Februar vom Netz und begründete dies mit Verstößen gegen Regeln zu "sexuell anspielendem Kontakt zwischen Erwachsenen" sowie "Nacktheit und sexueller Aktivität". Vor der Sperrung zählte die Seite über 1,8 Millionen Follower. Welche konkreten Beiträge oder Inhalte zur Löschung führten, hat Meta jedoch nicht näher spezifiziert.

Der Verlag Kouneli Media hat inzwischen Beschwerde bei der deutschen Bundesnetzagentur eingereicht. Die Behörde prüft den Fall, hat bisher aber noch keine Ergebnisse oder Maßnahmen bekannt gegeben. Myriam Karsch, Geschäftsführerin von Kouneli Media, argumentiert, dass die vollständige Löschung einer journalistischen Plattform eine unverhältnismäßige Reaktion sei – statt einer abgestuften Lösung.

Um seine Position zu stärken, hat das Unternehmen eine Münchner Kanzlei beauftragt, eine einstweilige Verfügung gegen Meta zu erwirken. Zudem unterstützt der Medienverband der freien Presse (MVFP) das rechtliche Vorgehen. Die Organisation warnt, dass Metas Schritt ein gefährlicher Präzedenzfall für die Pressefreiheit sein könnte – insbesondere für Medien, die innerhalb der gesetzlichen Grenzen über erwachsenenorientierte Themen berichten.

Die Auseinandersetzung liegt nun bei den deutschen Regulierungsbehörden, die entscheiden müssen, ob Metas Vorgehen gerechtfertigt war. Sollte die Beschwerde erfolgreich sein, könnte das Unternehmen gezwungen werden, die Seite wiederherzustellen oder seine Inhaltsmoderation anzupassen. Bis dahin bleibt Playboy Deutschland offline – die Leserschaft hat somit keinen Zugang zu den sozialen Medien des Magazins.

Quelle