Deutsche Chemieindustrie kämpft mit historischer Krise und Rekordtief bei Aufträgen
Cathrin BlümelStimmung in der Chemie erreicht niedrigsten Stand seit Sommer 2023 - Deutsche Chemieindustrie kämpft mit historischer Krise und Rekordtief bei Aufträgen
Die deutsche Chemieindustrie steckt in der tiefsten Krise seit über 30 Jahren. Die Auftragsbücher sind auf ein beispielloses Tief gesunken – der aktuelle Index stürzte auf minus 68,9 Punkte ab. Auch die Geschäftserwartungen haben einen neuen Tiefstand erreicht und signalisieren eine flächendeckende Verunsicherung in der Branche.
Die Lage bleibt dramatisch: Die Einschätzung der Unternehmen liegt unverändert bei minus 25,3. Die Firmen kämpfen mit einer Kombination aus hohen Kosten, sinkenden Verkaufspreisen und schwacher Nachfrage. Viele sind gezwungen, Investitionen zu kürzen und die Belegschaft weiter abzubauen.
Die Auslastung der Kapazitäten ist auf nur noch 71 Prozent gefallen – fast zehn Punkte unter dem Zehnjahresdurchschnitt. Der ifo-Geschäftsklimaindex für den Sektor brach um 7,4 Punkte ein, was die wachsende Pessimismusstimmung widerspiegelt. Im Oktober erreichte das Vertrauensniveau minus 19,4 – der niedrigste Stand seit Juli 2023.
Auch die Zukunftserwartungen haben sich drastisch verschlechtert: Sie sanken um 9,6 Punkte auf minus 13,3. Immer mehr Unternehmen planen Preissenkungen statt -erhöhungen, da der ausländische Konkurrenzdruck zunimmt. Im Nachbarland Österreich sanken die Großhandelspreise für Chemikalien im Oktober 2023 im Jahresvergleich um 6,5 Prozent – ein weiterer Beleg für die rückläufigen Preiserwartungen.
Die Aussichten für die Chemieindustrie bleiben düster, eine schnelle Erholung ist nicht in Sicht. Die Unternehmen stehen weiterhin unter Druck durch schwache Nachfrage, hohe Kosten und harte Konkurrenz. Die Branche wird sich voraussichtlich noch länger mit den schwierigen Marktbedingungen arrangieren müssen.






