Deutschland verschärft Grenzkontrollen trotz EU-Druck und Gerichtsurteilen
Mariechen Grein GrothDeutschland verschärft Grenzkontrollen trotz EU-Druck und Gerichtsurteilen
Deutschland führt seit September 2024 an allen Landesgrenzen strenge Grenzkontrollen durch. Im Mai 2025 verschärfte Innenminister Alexander Dobrindt diese Maßnahmen weiter – eine Entscheidung, die rechtliche und politische Diskussionen auslöste.
Die Bundesregierung legte kürzlich Berufung gegen ein Urteil des Verwaltungsgerichts Koblenz ein. Dieses hatte noch Anfang 2024 stichprobenartige Grenzkontrollen für rechtswidrig erklärt. Auch das Bayerische Verwaltungsgericht hatte im selben Jahr solche zufälligen Kontrollen für unzulässig befunden.
Die Bundespolizei betont, dass sie gezielt bestimmte Fahrzeugtypen und verdächtige Kennzeichen überprüft, nicht jedoch normale Urlauber. Andreas Roßkopf, Vorsitzender der GdP-Polizeigewerkschaft für die deutsche Bundespolizei, kritisierte die ausbleibenden Reformen in der Grenzpolitik. Trotz der verschärften Kontrollen rechnet er in der bevorstehenden Urlaubssaison nicht mit größeren Staus.
Die EU hatte Deutschland wiederholt aufgefordert, die Grenzkontrollen schrittweise zurückzufahren. Frühere Sommerkontrollen hatten laut Berichten nur geringe Auswirkungen auf den Reiseverkehr. Der Rechtsstreit dauert an, da sich die Bundesregierung gegen das Gerichtsurteil wehrt. Die Kontrollen bleiben vorerst bestehen, wobei die Behörden gezielt risikoreiche Fälle prüfen, statt den allgemeinen Verkehr zu kontrollieren. Die Situation spiegelt die anhaltenden Spannungen zwischen nationalen Sicherheitsmaßnahmen und den EU-Vorgaben wider.






