Diese TV-Formate flogen raus – wegen Skandalen, Tieren und ethischen Pannen
Hermann KreuselDiese TV-Formate flogen raus – wegen Skandalen, Tieren und ethischen Pannen
Mehrere umstrittene TV-Formate wurden im Laufe der Jahre abrupt abgesetzt – aus ethischen Bedenken, wegen öffentlicher Empörung oder tragischer Vorfälle. Von fehlgeschlagenen Ermittlungen zu Tiersterben über anstößige Inhalte bis hin zu kriminellen Enthüllungen: Diese Sendungen wurden oft schon nach wenigen Folgen vom Programm genommen.
Luck, ein HBO-Drama über die Welt des Pferderennsports, wurde 2012 nach nur einer Staffel eingestellt. Der Grund: Drei Pferde starben während der Dreharbeiten. Später häuften sich Vorwürfe, die Untersuchungen zu den Vorfällen seien schlampig geführt worden – niemand musste für das Wohl der Tiere geradestehen.
2009 verschwand Megan Wants a Millionaire nach nur drei Folgen plötzlich aus dem Programm. Auslöser war die Festnahme des Kandidaten Ryan Jenkins als Mordverdächtiger. Die Produzenten gaben zu, vor seiner Teilnahme keine ausreichenden Hintergrundprüfungen vorgenommen zu haben.
Die Reality-Serie To Catch a Predator, die über Jahre hinweg Personen mit pädophilen Neigungen enttarnte, führte zu 238 Festnahmen und 36 Verurteilungen. Doch auch ihre umstrittenen Methoden sorgten für Debatten.
Andere Formate scheiterten an anstößigen oder ausbeuterischen Inhalten. Die Sitcom Heil Honey, I'm Home! (1990), die Adolf Hitler und Eva Braun als komische Figuren in einem Berlin des Jahres 1938 zeigte, löste sofortige Empörung aus – die Serie wurde nie vollständig ausgestrahlt.
Die Comedy Work It (2012), in der zwei Männer sich als Frauen verkleiden, um an Jobs zu kommen, erntete scharfe Kritik von LGBTQ+-Aktivisten. Menschenrechtsorganisationen verurteilten die Darstellung transgeschlechtlicher Themen, woraufhin die Serie nach zwei Folgen eingestellt wurde.
Die Sketchshow Turn-On (1969) überdauerte gerade einmal elf Minuten im Programm. Witze über Auschwitz und häusliche Gewalt stießen auf breite Ablehnung. Ähnlich erging es The Swan, einer Reality-Show, in der Teilnehmer:innen extremen Schönheitsoperationen unterzogen wurden. Nach zwei Staffeln wurde sie wegen der körperlichen und psychischen Belastung der Kandidaten abgesetzt.
Erst kürzlich fiel die Reality-Sendung Adults Adopting Adults nach drei Folgen der Rüge zum Opfer. Ein Paar geriet in die Kritik, weil seine Adoptionspläne als ausbeuterisch wahrgenommen wurden – der Shitstorm ließ nicht lange auf sich warten.
Diese Abschaltungen zeigen, wie ethische Versäumnisse, öffentlicher Druck oder tragische Ereignisse das Aus für TV-Formate bedeuten können. Manche Sendungen verschwanden wegen krimineller Verstrickungen, andere wegen schädlicher Inhalte. Doch stets spiegelten die Entscheidungen die wachsende Verantwortung wider, die Fernsehproduktionen heute tragen.






