Ein umstrittenes Foto bringt CDU und AfD näher zusammen – und spaltet die Politik
Cathrin BlümelEin umstrittenes Foto bringt CDU und AfD näher zusammen – und spaltet die Politik
Ein aktuelles Foto erschüttert die deutsche Politiklandschaft. Es zeigt Guido Heuer, Fraktionsvorsitzender der CDU im Landtag, und Ulrich Siegmund, Spitzenkandidat der AfD, in einem scheinbar freundschaftlichen Austausch. Das Bild hat die Debatte über den bröckelnden demokratischen „Schutzwall“ gegen die AfD neu entfacht.
Aufgenommen wurde die Aufnahme während einer Podiumsdiskussion, bei der sich Heuer und Siegmund wegen eines defekten Mikrofons nah zueinanderbeugten. Heuers Hand lag dabei auf Siegmunds Schulter, während die beiden sprachen – eine entspannte, fast kollegiale Atmosphäre. Der Moment wurde festgehalten und verbreitete sich rasant, was in Berlins Politikkreisen heftige Reaktionen auslöste.
Kritiker sehen in dem Foto ein Symbol für das Ende der langjährigen Ächtung der AfD. Eva von Angern von der Linken erklärte, solche Bilder dürfe es „einfach nicht geben“ – die Hand eines Demokraten gehöre nicht auf die Schulter eines AfD-Mitglieds. Auch Felix Banaszak von den Grünen zeigte sich besorgt und betonte, eine Distanz zwischen CDU und AfD sei „nicht mehr erkennbar“.
ZDF-Moderator Markus Lanz hatte bereits zuvor die pauschale Ausgrenzung von AfD-Politikern durch andere Parteien hinterfragt. Angesichts aktueller Umfragen, in denen die AfD bei 29 Prozent liegt – neun Punkte vor der CDU –, ist ihr Einfluss nicht mehr zu leugnen. Eine absolute Mehrheit der AfD bei der anstehenden Landtagswahl in Sachsen-Anhalt am 6. September gilt als möglich.
Das Foto befeuert nun die Diskussionen über den unvermeidlichen Zusammenbruch des politischen „Cordon sanitaire“. Die wachsende Unterstützung für die AfD und die scheinbar nachgebende Haltung der CDU deuten auf einen Wandel in der deutschen Politik hin. Beobachter warten gespannt, wie die anderen Parteien auf diese veränderte Lage reagieren werden.






