FDP-Krise eskaliert: Streit um Junge Freiheit spaltet die Partei nach Wählerverlust
Cathrin BlümelFDP-Krise eskaliert: Streit um Junge Freiheit spaltet die Partei nach Wählerverlust
Die FDP steckt nach dem Verlust von fast 900.000 Wählern an die AfD bei der Bundestagswahl 2025 in einer tiefen Krise. Nun sind innerparteiliche Spannungen wegen einer abgesagten Debatte zwischen Sabine Döring und Martin Hagen eskaliert.
Sabine Döring hatte kürzlich eine geplante Podiumsdiskussion mit Martin Hagen in der Friedrich-Naumann-Stiftung abgesagt. Als Begründung nannte sie ein Interview Hagens mit der Jungen Freiheit – das Blatt sei kein Forum, mit dem sie sich als Wissenschaftlerin und Liberale auseinandersetzen wolle. Ihre Entscheidung stieß bei FDP-Kritikern auf Zustimmung.
Dörings Rückzug scheint darauf abzielen, die Unterstützung für Hagen zu schwächen. Zuvor hatte sie sein Interview mit der Jungen Freiheit scharf kritisiert und dabei mit Schuldzuweisungen durch Assoziation argumentiert. Andere FDP-Politiker geben jedoch weiterhin Interviews oder verfassen Gastbeiträge für dasselbe Medium.
Die Partei steht unter Druck, die an die AfD verlorenen Wähler zurückzugewinnen. Innerparteilich heißt es, Wahlen würden mit Stimmen und nicht mit moralischer Attitüde gewonnen – die FDP müsse handeln, um den anhaltenden Stimmenverlust zu stoppen.
Die abgesagte Debatte offenbart die tiefen Gräben innerhalb der FDP in Fragen von Strategie und Werten. Der Kampf um die Wähler gunst hat sich verschärft, nachdem fast eine Million zur AfD gewechselt sind. Der Streit um die Junge Freiheit verschärft die ohnehin schon großen Herausforderungen.






