Gericht stoppt Spiegel-Berichte im Deepfake-Skandal um Christian Ulmen
Mariechen Grein GrothGericht stoppt Spiegel-Berichte im Deepfake-Skandal um Christian Ulmen
Ein deutsches Gericht hat gegen Der Spiegel eine einstweilige Verfügung in einem viel beachteten Deepfake-Skandal erlassen. Die Entscheidung betrifft den Schauspieler Christian Ulmen und Vorwürfe, er habe mit KI erzeugte Fake-Pornografie mit seiner Ex-Frau, der Schauspielerin Collien Fernandes, in Umlauf gebracht. Unabhängig davon ermitteln Staatsanwälte in Potsdam gegen Ulmen wegen des Verdachts auf häusliche Gewalt.
Das Hanseatische Oberlandesgericht urteilte, dass Der Spiegel bestimmte Behauptungen über Ulmen nicht länger veröffentlichen darf. Dem Magazin ist es untersagt, zu behaupten, Ulmen habe die KI-generierten Fake-Pornografien erstellt oder verbreitet. Zudem stellte das Gericht Teile von Ulmens privaten E-Mails an seinen Anwalt unter Schutz und stuft sie als Teil des „höchstpersönlichen Lebensbereichs“ ein.
Die Entscheidung ist ein wichtiger Erfolg für Ulmens Kanzlei Schertz-Bergmann, die damit eine sachlichere öffentliche Debatte erreichen wollte. Fernandes bleibt es hingegen unbenommen, Ulmen weiterhin öffentlich der körperlichen Misshandlung zu bezichtigen.
Die politische Reaktion ließ nicht lange auf sich warten. Bundesjustizministerin Stefanie Hubig (SPD) kündigte an, das Strafrecht gegen nicht einvernehmliche sexualisierte Deepfakes und „digitale sexualisierte Gewalt“ verschärfen zu wollen. Konservative Politiker wie Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) forderten erneut verbindliche Klarnamenspflichten im Internet. Auch andere prominente Stimmen – darunter SPD-Vorsitzende Bärbel Bas und die ehemalige Grünen-Co-Vorsitzende Ricarda Lang – setzen sich für strengere Regeln gegen den Missbrauch von KI ein.
Mit der einstweiligen Verfügung ist es Der Spiegel untersagt, bestimmte Vorwürfe gegen Ulmen zu wiederholen. Die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft zu den Vorwürfen der häuslichen Gewalt laufen derweil weiter. Der Fall hat unter Politikern eine erneute Debatte über notwendige Gesetzesreformen ausgelöst, um digitalen Missbrauch und den Missbrauch von KI-Technologie wirksamer zu bekämpfen.






