Giffey diskutiert mit Apothekerin über Reformen und Fachkräftemangel in Berlin
Mariechen Grein GrothGiffey diskutiert mit Apothekerin über Reformen und Fachkräftemangel in Berlin
Berlins Wirtschaftssenatorin Franziska Giffey besuchte am Mittwoch eine Apotheke in Rudow
Die ehemalige regierende Bürgermeisterin informierte sich eine Stunde lang in der Alten Kloster-Apotheke über die Herausforderungen des Berufsstands und die anstehende Reform im Apothekensektor. Inhaberin Katja Laurisch-Nehrkorn brachte im Gespräch zentrale Sorgen vor – von Finanzierungsengpässen bis zum Fachkräftemangel.
Giffey hörte zu, als Laurisch-Nehrkorn die dringende Notwendigkeit einer Anpassung der Vergütung betonte: Die Löhne des Apothekenpersonals seien längst nicht mehr kostendeckend. Zudem warnte die Inhaberin, dass die geplante Ausbildungsabgabe in Berlin die ohnehin hohen Personalkosten weiter belasten würde.
Ein weiteres zentrales Thema war die mögliche Ausweitung der Aufgaben von Pharmazeutisch-technischen Assistenten (PTA). Laurisch-Nehrkorn befürchtet, dass dadurch Drogerieketten in den verschreibungspflichtigen Medikamentenmarkt drängen könnten. Giffey erkannte das Problem an und unterstrich, wie wichtig es sei, Apothekern verbindliche Verhandlungsrechte einzuräumen – etwa bei der Gebührengestaltung, ohne Einmischung des Bundesgesundheitsministeriums.
Kritisch diskutiert wurde auch der wachsende Trend zur Direktverteilung hochpreisiger Medikamente. Die engen Zahlungsfristen in diesem System setzten unabhängige Apotheken zusätzlich unter Druck. Nach dem Gespräch bedankte sich Giffey auf Instagram bei Laurisch-Nehrkorn für ihr Engagement in der lokalen Gesundheitsversorgung.
Laurisch-Nehrkorn zeigte sich später zufrieden: Ihre Anliegen seien ernst genommen worden. Giffey versprach, die Themen mit Berlins Gesundheitssenator zu besprechen und über ihre Bundeskontakte auf Veränderungen hinzuwirken.
Der Besuch endete mit konkreten Zusagen: Giffey will sich für fairere Vergütungsverhandlungen einsetzen und auf die Risiken von Reformen hinweisen, die unabhängige Apotheken schwächen könnten. Die Ergebnisse der Gespräche könnten die künftige Gesundheitspolitik in Berlin mitprägen.






