24 March 2026, 02:26

Glasfaser vs. Kabel: Warum Deutschlands Internet-Umstieg ins Stocken gerät

Plakat mit der Aufschrift "19 Millionen Haushalte sparen $30-75 pro Monat bei High-Speed-Internet" und einem Logo.

Glasfaser vs. Kabel: Warum Deutschlands Internet-Umstieg ins Stocken gerät

Deutschlands Internet-Umstieg: Vom Kabel zur Glasfaser – doch der Wandel stockt

Der Ausbau schnellerer Internetverbindungen in Deutschland vollzieht sich zunehmend in Richtung Glasfaser, doch der Übergang gestaltet sich alles andere als einfach. Zwar setzt die Bundesregierung auf Glasfasernetze als Zukunftstechnologie, doch Kabelanbieter wie Vodafone und PYÜR dominieren weiterhin mit günstigeren, aber leistungsstarken Tarifen. Eine aktuelle Studie zeigt nun die Unterschiede zwischen beiden Technologien auf – und warum viele Haushalte noch zögern, umzusteigen.

Auf der jährlichen Buglas-Konferenz in München präsentierte der Marketingprofessor Jens Böcker neue Erkenntnisse zur deutschen Internetlandschaft. Seine Daten offenbaren eine klare Zweiteilung: Glasfaser wächst rasant, doch Kabel bleibt weit verbreitet – wobei Kosten und Leistung die Entscheidungen der Verbraucher prägen.

Laut Stand 2025 nutzen rund 12 Millionen Haushalte in Deutschland Kabelinternet, während nur 4,5 Millionen auf Fiber-to-the-Home (FTTH) setzen. In den vergangenen fünf Jahren hat sich die Zahl der Glasfaseranschlüsse um 350 Prozent erhöht – von etwa einer Million auf 4,5 Millionen Nutzer. Kabelinternet hingegen wuchs langsamer, von 10 auf 12 Millionen, dank Aufrüstungen durch Anbieter wie Vodafone und die Deutsche Telekom.

Ein entscheidender Vorteil des Kabels bleibt der Preis: PYÜR verlangt etwa 40 Euro pro Monat für 1 Gbit/s im Download, Vodafones Kabeltarif kostet 49,99 Euro. Glasfaser ist dagegen deutlich teurer – Vodafones Gigabit-Glasfaser schlägt mit 69,99 Euro zu Buche, die Deutsche Telekom verlangt 70,95 Euro und Deutsche Glasfaser sogar 89,99 Euro. Dennoch geben 76 Prozent der Glasfasernutzer an, deutlich höhere Geschwindigkeiten zu erleben, 66 Prozent loben die stabilere Verbindung und 47 Prozent die bessere Servicequalität. Nur 21 Prozent bemängeln die höheren Kosten.

Die Leistungsunterschiede sind deutlich: Kabel erreicht maximal 50 Mbit/s im Upload und leidet unter einer Latenz, die mindestens 2,5-mal höher ausfällt als bei Glasfaser. Digitalminister Karsten Wildberger betont, dass FTTH die einzige wirklich zukunftssichere Lösung sei. Doch da Kabelanbieter nun selbst in Glasfasernetze investieren, könnte sich der Umstieg verzögern. Solange die Kabelpreise niedrig bleiben, könnte dies den Glasfaserausbau in einigen Regionen bremsen.

Auffällig ist, dass im aktuellen Entwurf des Regierungspapiers zum Wechsel von DSL zu Glasfaser das Kabelinternet mit keinem Wort erwähnt wird. Der Fokus liegt allein auf dem Glasfaserausbau – die Rolle des Kabels in Deutschlands digitaler Zukunft bleibt damit vorerst unklar.

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Zwar nimmt die Glasfasernutzung Fahrt auf, doch für Millionen Haushalte bleibt Kabelinternet aufgrund der geringeren Kosten und akzeptablen Geschwindigkeiten die erste Wahl. Da nun auch Anbieter wie Vodafone und PYÜR in Glasfaser investieren, scheint der langfristige Wandel unvermeidbar. Doch vorerst werden Preisunterschiede und Leistungsmerkmale weiterhin bestimmen, wie sich die Deutschen ins Netz einwählen. Die Regierung steht vor einer doppelten Konkurrenz: Nicht nur veraltete DSL-Leitungen, sondern auch die nach wie vor stark verbreiteten Kabelnetze bremsen den Glasfaserausbau aus.

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