Gundremmingen wird vom AKW-Standort zum grünen Energiezentrum umgewandelt
Mariechen Grein GrothGrundsteinlegung für riesige Batteriespeicheranlage in Gundremmingen - Gundremmingen wird vom AKW-Standort zum grünen Energiezentrum umgewandelt
Gundremmingen, einst Standort eines der größten Atomkraftwerke Deutschlands, steht vor einem tiefgreifenden Energiewandel. Der Energiekonzern RWE plant dort den Bau eines neuen Batteriespeichers, eines Solarparks und eines Gaskraftwerks. Das Vorhaben soll den Standort als zentrales Element der bayerischen Energieversorgung erhalten – nach der Abschaltung der letzten Reaktoren.
Fast vier Jahrzehnte lang war das Kernkraftwerk Gundremmingen in Betrieb und erzeugte jährlich rund 20 Milliarden Kilowattstunden Strom. Auf dem Höhepunkt seiner Leistung deckte es etwa ein Viertel des bayerischen Strombedarfs. Doch mit dem deutschen Atomausstieg 2023 wurden die beiden Kühltürme des Werks in einer kontrollierten Sprengung abgerissen – das Ende einer Ära.
Nun will RWE die bestehende Netzanbindung für ein neues Energiezentrum nutzen. Herzstück ist ein großflächiger Batteriespeicher, bestehend aus über 200 Containern mit rund 850.000 Lithium-Eisenphosphat-Zellen. Ab Anfang 2028 soll die Anlage mit einer Leistung von 400 Megawatt bis zu zwei Stunden Strom liefern – und so das Netz stabilisieren, wenn Wind- und Solarstromerzeugung nachlassen.
Bayern hat seit den 1980er-Jahren einen radikalen Wandel in der Energieerzeugung durchlaufen: Die Kapazitäten erneuerbarer Energien stiegen von nahezu null auf voraussichtlich 18.500 Megawatt bis 2025, vor allem durch Solarenergie (13.000 MW) und Windkraft (4.200 MW). Mittlerweile stammen über 60 Prozent des bayerischen Stroms aus regenerativen Quellen. Ministerpräsident Markus Söder betonte, dass Gundremmingen auch künftig eine Schlüsselrolle in dieser Transformation spielen werde.
Der neue Batteriespeicher wird eine zentrale Funktion für die Stabilität des bayerischen Energienetzes übernehmen. Durch die Wiederverwendung der bestehenden Infrastruktur des stillgelegten Kraftwerks will RWE einen reibungslosen Übergang von der Atomkraft zu einer erneuerbaren Energieversorgung gewährleisten. Die Inbetriebnahme ist für Anfang 2028 geplant.






