Harald Lesch attackiert Bayerns Klimapolitik: "Verzögerung ist ein Rückschritt"
Mariechen Grein GrothLesch: Bayern tut zu wenig für seine eigenen Klimaziele - Harald Lesch attackiert Bayerns Klimapolitik: "Verzögerung ist ein Rückschritt"
Bayerns Klimaschutzgesetz sieht vor, bis 2040 Klimaneutralität zu erreichen – doch nun wird über eine Verschiebung um fünf Jahre diskutiert. Der Physiker und Fernsehmoderator Harald Lesch, Mitglied im Klimarat des Freistaats, übt scharfe Kritik an den Plänen der Staatsregierung. Jede Verzögerung untergrabe die bereits erzielten Fortschritte, warnt er.
Lesch wirft der bayerischen Politik vor, ihre eigenen Klimaziele zu verfehlen. Statt auf bewährte Lösungen zu setzen, lenkten sich Verantwortliche mit ferne Zukunftstechnologien wie der Kernfusion ab oder setzten übermäßig auf Wasserstoff. Grüner Wasserstoff solle jedoch vorrangig in der Industrie eingesetzt werden – nicht in Fahrzeugen verbrannt werden, betont der Wissenschaftler.
Bisher wurde der Ausbau erneuerbarer Energien in Bayern vor allem durch private Initiativen vorangetrieben. Lesch schlägt die Einrichtung eines staatlichen Fonds vor, der Bürger belohnt, die sich aktiv für die Energiewende engagieren. Zudem fordert er die Politik auf, den Einsatz von Wärmepumpen und Elektromobilität stärker zu fördern – konkrete Maßnahmen, um die Emissionen zu senken.
Kritik übt Lesch auch an der mangelnden Einbindung der Bevölkerung. Die Staatsregierung müsse die Akzeptanz für erneuerbare Energien verbreitern, wenn Bayern auf Kurs bleiben wolle, mahnt er. Ohne entschlossenes Handeln drohe selbst das aktuelle Ziel für 2040 in weite Ferne zu rücken.
Die Debatte über den Klimafahrplan Bayerns hält an. Lesch plädiert für sofortiges Handeln statt auf künftige Technologien zu vertrauen. Seine Vorschläge umfassen finanzielle Anreize für Bürger und eine konsequentere Ausrichtung auf bestehende grüne Lösungen. Die Weichenstellung wird zeigen, ob der Freistaat sein ursprüngliches Ziel für 2040 erreicht – oder den Anschluss verliert.






