Historischer Machtwechsel: Vaterstetten bekommt erste Bürgermeisterin nach jahrzehntelanger CSU-Herrschaft
Mariechen Grein GrothHistorischer Machtwechsel: Vaterstetten bekommt erste Bürgermeisterin nach jahrzehntelanger CSU-Herrschaft
Maria Wirnitzer ist zur ersten Bürgermeisterin von Vaterstetten gewählt worden, der größten Gemeinde im Landkreis Ebersberg. Die 62-jährige Baldhamerin setzte sich mit 55 Prozent der Stimmen klar durch und löste damit Amtsinhaber Leonhard Spitzauer nach nur einer Amtszeit ab. Ihr Sieg markiert einen Wandel in der politischen Landschaft der Gemeinde, in der die CSU die lokale Führung seit Langem dominiert hatte.
Bei der Wahl besiegte Wirnitzer Spitzauer, der das Bürgermeisteramt seit 2020 innehatte. Der scheidende Bürgermeister gab frühzeitig seine Niederlage zu, als die Ergebnisse ihren wachsenden Vorsprung zeigten. Später äußerte er seine Enttäuschung darüber, das Rathaus nach nur einer Amtszeit verlassen zu müssen, gratulierte Wirnitzer jedoch und anerkannte die Stärke ihres Wahlkampfs.
Wirnitzer selbst gab sich überrascht vom Ausmaß ihres Sieges und räumte ein, ein so deutliches Ergebnis nicht erwartet zu haben. Sie führte ihren Erfolg auf den Wunsch der Wähler nach Veränderung und die Beziehungen zurück, die sie während ihrer Zeit als stellvertretende Bürgermeisterin aufgebaut hatte. Ihr Programm konzentrierte sich auf Inklusivität, und sie versprach, alle Einwohner zu vertreten – auch diejenigen, die nicht für sie gestimmt hatten.
Das Ergebnis durchbricht eine langjährige Tradition in Vaterstetten, wo die CSU bisher stets die Macht innehatte. Bei den Gemeinderatswahlen 2020 hatte die Partei 57 Prozent der Stimmen und 18 von 32 Sitzen gewonnen, während Frauen in Führungspositionen unterrepräsentiert blieben. Bisher hatte die Gemeinde weder eine Bürgermeisterin noch eine stellvertretende Bürgermeisterin.
Mit Wirnitzers Wahl endet Spitzauers sechsjährige Amtszeit, und Vaterstetten schlägt eine neue Richtung ein. Als erste Frau an der Spitze der Gemeinde übernimmt sie das Amt mit dem Auftrag, die Gemeinschaft zu einen. Der Wechsel folgt auf Jahre der CSU-Vorherrschaft und könnte einen Wandel in der lokalen Politik einläuten.






