Höhere Tabaksteuern: Warum Experten jetzt auf gesundheitliche Effekte setzen
Hermann KreuselHöhere Tabaksteuern: Warum Experten jetzt auf gesundheitliche Effekte setzen
Steigende Tabakpreise bewegen immer mehr Raucher zum Aufhören und halten junge Menschen davon ab, mit dem Rauchen anzufangen. Experten argumentieren nun, dass höhere Steuern noch größere gesundheitliche Vorteile bringen könnten – vorausgesetzt, die zusätzlichen Einnahmen werden sinnvoll eingesetzt.
Simone Borchardt schlägt vor, die Einnahmen aus der Tabaksteuer in den Gesundheitsfonds umzuleiten. Sie unterstützt das Verursacherprinzip, nach dem diejenigen, die Tabak herstellen und konsumieren, auch die gesundheitlichen Folgen tragen sollen. Ihr Ziel ist es, sicherzustellen, dass die Industrie und nicht die Steuerzahler die finanziellen Lasten durch rauchbedingte Erkrankungen schultern.
Christos Pantazis befürwortet höhere Preise als Mittel, um junge Menschen vom Rauchbeginn abzuhalten. Seiner Meinung nach sollte die Debatte sich darauf konzentrieren, die Suchtraten zu senken und Krebs vorzubeugen, statt lediglich Gelder einzunehmen. Seine Position orientiert sich eher an gesundheitspolitischen als an finanziellen Zielen.
Unterdessen betont Streeck, dass eine deutliche Erhöhung der Tabaksteuern einen großen Erfolg für die öffentliche Gesundheit darstellen würde. Die bisherigen Erkenntnisse zeigen, dass höhere Preise bereits wirken: Immer weniger junge Menschen greifen zur Zigarette, und mehr Raucher steigen aus.
Die Forderung nach höheren Tabaksteuern gewinnt zunehmend Unterstützung von Gesundheitsexperten und Politikern. Falls umgesetzt, könnten die Maßnahmen die Raucherquote weiter senken und gleichzeitig die Gesundheitsversorgung über das Verursacherprinzip finanzieren. Im Mittelpunkt steht nach wie vor die Bekämpfung der Nikotinsucht und die Vermeidung langfristiger Gesundheitsschäden.






