Intersport wagt den Sprung in den Modehandel – mit strategischer Übernahme
Hermann KreuselIntersport betritt die Modebranche - Intersport wagt den Sprung in den Modehandel – mit strategischer Übernahme
Intersport steigt in den Modeeinzelhandel ein
Der bekannte Sportartikel-Verbund Intersport wagt den Schritt in den Modehandel. Das Unternehmen hat sich mit 50 Prozent an Unitex beteiligt, einer führenden Einkaufsallianz für Mode mit Sitz in Neu-Ulm, Bayern. Der Deal markiert einen strategischen Wandel, da Intersport sein Sortiment über Sportbekleidung hinaus auf klassische Mode ausweiten will.
Die Partnerschaft soll Intersports Verhandlungsmacht gegenüber Lieferanten stärken und Kunden – selbst in kleineren Filialen – eine größere Auswahl an Marken bieten. Beide Unternehmen sehen darin eine Antwort auf die zunehmende Vermischung von Sport-, Schuh- und Alltagsmode.
Unitex unterstützt derzeit über 800 Mitglieder, die mehr als 1.900 Geschäfte in Deutschland und Österreich betreiben. Gemeinsam erzielen diese Händler einen Jahresumsatz von rund 392 Millionen Euro. Die Allianz ermöglicht unabhängigen Modehändlern bessere Einkaufskonditionen und ein breiteres Produktspektrum.
Doch Intersport setzt nicht nur auf Übernahmen: Das Unternehmen wächst auch organisch – mehr als die Hälfte der geplanten 100 neuen Filialen in Deutschland sind bereits eröffnet. Bis 2030 strebt der Konzern einen Umsatz von sechs Milliarden Euro und einen Marktanteil von über 30 Prozent an. Erste leichte Verbesserungen im Geschäft werden bereits für das Geschäftsjahr 2024/25 erwartet.
Der Schritt spiegelt einen branchenweiten Trend wider, bei dem sportliche Kleidung längst zum Alltagsoutfit gehört. Die Intersport-Führung ist überzeugt, dass die Übernahme die Wettbewerbsfähigkeit stärkt, während sich Mode- und Sporteinzelhandel weiter annähern. Besonders kleinere Läden sollen von dem erweiterten Markenangebot durch die Kooperation mit Unitex profitieren.
Der Deal festigt Intersports Position in einem sich wandelnden Einzelhandelsmarkt. Mit dem Unitex-Netzwerk kann das Unternehmen nun ein breiteres Sortiment anbieten und gleichzeitig unabhängige Modehändler unterstützen. Das langfristige Ziel bleibt klar: bis zum Ende des Jahrzehnts Umsatz, Marktanteil und Filialzahl ausbauen.