Jan van Aken verlässt die Linke – ein Rücktritt mit Folgen für die Partei
Hermann KreuselJan van Aken verlässt die Linke – ein Rücktritt mit Folgen für die Partei
Jan van Aken tritt nach einer kurzen, aber prägenden Amtszeit als Vorsitzender der Linkspartei zurück. Seine schonungslose Kritik an der Merz-Regierung und seine provokanten Protestmethoden – darunter die Ankündigung, das Hauptquartier von Vonovia zu stürmen – machten ihn zu einer der bekanntesten Figuren der deutschen Politik.
Im Februar 2025 führten van Aken und seine Co-Vorsitzende Ines Schwerdtner die Linke zu einem Umfragehoch von 2–3 auf 8,8 Prozent. Ihr Duo gewann über 700.000 enttäuschte Wähler der Grünen für die Partei, nicht zuletzt wegen van Akens Anziehungskraft auf ältere Wählergruppen und seiner ernsthaften Haltung in der Außenpolitik an der Seite von Heidi Reichinnek.
Bekannt für seinen direkten Stil, kündigte er im Mai 2026 an, auf das Dach von Vonovia zu klettern, um gegen illegale Mietpreiserhöhungen zu protestieren. Bei seiner letzten Pressekonferenz zog er plötzlich einen schwarzen Kasten hinter einem Tisch hervor – und ließ die Journalisten rätseln. Später gab er zu, dass er und Schwerdtner die Medien zwei Jahre lang „an der Nase herumgeführt“ hätten.
Mit einer Körpergröße von fast zwei Metern überragte van Aken seine Co-Chefin Schwerdtner um mehr als einen Kopf. Öffentlich lobte er ihre „absolut herausragende Arbeit“ als Vorsitzende und dankte ihr für die enge Zusammenarbeit. Van Akens Führung hat der Linkspartei einen deutlichen Stempel aufgedrückt. Seine Proteste, seine rhetorische Schärfe und die Wahlerfolge veränderten ihr öffentliches Image nachhaltig. Nun muss die Partei ohne ihn an der Spitze weitermachen.






