Jérôme Boatengs umstrittenes Comeback: FC Bayern zwischen Wertebruch und Trainer-Praktikum
Mariechen Grein GrothJérôme Boatengs umstrittenes Comeback: FC Bayern zwischen Wertebruch und Trainer-Praktikum
Jérôme Boateng soll ein Praktikum beim FC Bayern München unter dem neuen Trainer Vincent Kompany beginnen. Die Entscheidung hat bei Fans für Kritik gesorgt, da der ehemalige Verteidiger wegen einer früheren Verurteilung wegen Körperverletzung in der Vergangenheit steht. Der Verein hatte sich zuvor deutlich gegen Gewalt – insbesondere gegen Frauen – positioniert.
2021 wurde Boateng wegen der Misshandlung seiner damaligen Partnerin Sherin Senler während eines Vorfalls im Jahr 2018 verurteilt. Das Gericht verhängte eine Geldstrafe von 1,8 Millionen Euro und verpflichtete ihn, 100.000 Euro an eine gemeinnützige Organisation zu spenden. In einem separaten Verfahren wurden zudem Vorwürfe wegen Gewalt gegen seine verstorbene Ex-Freundin Kasia Lenhardt untersucht, die im selben Jahr durch Suizid starb. In diesem Fall kam es jedoch zu keiner Verurteilung.
Der FC Bayern hat sich öffentlich gegen Gewalt ausgesprochen, insbesondere gegen Frauen. 2023 ließ der Verein sein Stadion im Rahmen einer Kampagne gegen geschlechtsspezifische Gewalt in Orange erleuchten. Sportdirektor Christoph Freund betonte später diese Haltung und erklärte, der Club dulde weder Gewalt noch häuslichen Missbrauch.
Trotz der Kontroverse setzte Boateng seine Fußballkarriere fort. Erst kürzlich erwarb er die B-Lizenz für Trainer, was den Weg für sein Praktikum beim FC Bayern ebnete. Die Entscheidung, ihn zurückzuholen, stößt bei Anhängern auf Kritik, die die Glaubwürdigkeit des Vereins in seiner Haltung gegen Gewalt infrage stellen.
Boatengs Praktikum unter Kompany markiert seine Rückkehr zum FC Bayern in einer neuen Rolle. Die früheren Maßnahmen des Vereins gegen Gewalt stehen im Kontrast zur Reaktion der Fans auf seine Einbindung. Die Situation zeigt die anhaltenden Spannungen zwischen der Vergangenheit des Spielers und den öffentlichen Werten des Clubs auf.






