13 March 2026, 18:32

Kemptens Haushalt 2026: Steigende Schulden und drastische Sparmaßnahmen drohen

Eine Schwarz-Weiß-Zeichnung einer Stadt mit einer zentralen Burg, umgeben von Häusern, Bäumen, Hügeln und Himmel, mit dem Text 'Bayerisch' unten.

Kemptens Haushalt 2026: Steigende Schulden und drastische Sparmaßnahmen drohen

Kemptens Finanzlage verdüstert sich vor dem Haushalt 2026

Die finanzielle Zukunft Kemptens sieht düster aus, während die Stadt ihren Haushalt für 2026 aufstellt. Zwar sind die Steuereinnahmen und Zuschüsse leicht gestiegen, doch explodierende Kosten, wachsende Schulden und schrumpfende Investitionen zeichnen ein besorgniserregendes Bild. Die Verantwortlichen warnen, dass drastische Ausgabenkürzungen und strengere Kontrollen notwendig sein werden, um eine noch tiefere Finanzkrise abzuwenden.

Der Gesamthaushalt für 2026 beläuft sich auf 327,4 Millionen Euro – ein Anstieg gegenüber den 318,4 Millionen Euro im Jahr 2025. Die Einnahmen sind um 7,84 Millionen Euro gewachsen, bedingt durch höhere Steuern und allgemeine Zuweisungen, hinzu kommen 1,52 Millionen Euro aus gestiegenen Verwaltungserträgen. Allein die Gewerbesteuereinnahmen werden voraussichtlich rund 64,9 Millionen Euro erreichen. Doch diese Zuwächse werden von den stark steigenden Ausgaben überlagert.

Die Personalkosten sind auf 85,57 Millionen Euro geklettert – ein Plus von 3,16 Millionen Euro gegenüber 2025 –, und das trotz Einstellungsstopp und zehn unbesetzten Stellen. Die Kreisumlage, eine Abgabe an den Landkreis, schnellt um zehn Millionen auf 35 Millionen Euro nach oben und belastet den Haushalt 2026 mit zusätzlichen 3,26 Millionen Euro, bis 2029 voraussichtlich mit etwa 4,545 Millionen Euro. Seit 2014 steigt diese Umlage kontinuierlich an, mit besonders deutlichen Sprüngen in den letzten beiden Jahren – verursacht durch höhere Sozialausgaben, Flüchtlingskosten und Verwaltungsaufwendungen.

Auch die Investitionen geraten unter Druck. Der Vermögenshaushalt umfasst 56,7 Millionen Euro, wobei für 2026 insgesamt 54,1 Millionen Euro für Projekte vorgesehen sind. Bis 2029 werden die Investitionen jedoch auf nur noch 38,2 Millionen Euro sinken. Gleichzeitig wird die Gesamtverschuldung 2026 voraussichtlich 55 Millionen Euro erreichen und ab 2028 die gesetzliche Schuldenobergrenze von 76 Millionen Euro überschreiten.

Um die Finanzen zu stabilisieren, muss Kempten seine Ausgaben nun auf rechtlich oder vertraglich vorgeschriebene Verpflichtungen beschränken. Der Haushalt 2026 kann zwar noch verabschiedet werden, allerdings nur nach rigorosen Konsolidierungsmaßnahmen. Die endgültige Genehmigung hängt von der Prüfung der Haushaltssatzung durch die Regierung von Schwaben ab.

Kempten steht vor einem schwierigen finanziellen Weg. Mit steigenden Schulden, rückläufigen Investitionen und zwingenden Sparauflagen wird die Fähigkeit der Stadt, ihren Haushalt auszugleichen, von strenger Haushaltsdisziplin abhängen. Die kommenden Jahre werden zeigen, ob das Einnahmenwachstum mit den rasant steigenden Kosten und den gesetzlichen Schuldengrenzen Schritt halten kann.

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