Mitteldeutschland-Anbindung: Baubeginn erst 2028 – und die Kosten steigen weiter
Cathrin BlümelMitteldeutschland-Anbindung: Baubeginn erst 2028 – und die Kosten steigen weiter
Bau der Mitteldeutschland-Anbindung erneut verschoben – Start erst 2028
Die Pläne für die Schienenverbindung durch Mitteldeutschland haben eine weitere Verzögerung erlitten: Der Baubeginn wurde auf 2028 verschoben. Das Vorhaben, das die Anbindung Sachsens über Thüringen an Westdeutschland verbessern soll, leidet unter Finanzierungslücken und gestreckten Zeitplänen. Kritiker werfen der Politik vor, ostdeutsche Regionen bei der Infrastrukturförderung zu vernachlässigen, während im Westen Projekte vorankommen.
Die BSW-Landtagsfraktion in Thüringen fordert nun dringendes Handeln für die Mitteldeutschland-Strecke. Roberto Kobelt, verkehrspolitischer Sprecher der Fraktion, betonte die Notwendigkeit, die Teilstrecke Weimar–Jena–Gera–Gößnitz „so schnell wie möglich“ zu elektrifizieren. Zudem sind teilweise zweigleisige Ausbauten vorgesehen – doch die Umsetzung stockt.
Ursprünglich sollte der Bau noch in diesem Jahr beginnen, nun ist der Start für 2028 angesetzt. Die vollständige Elektrifizierung, einst für 2030 geplant, verzögert sich bis 2032. Allein der 517 Kilometer lange Abschnitt Weimar–Gera–Gößnitz soll nach Schätzungen 544 Millionen Euro kosten.
Die BSW-Fraktion kritisiert, dass trotz politischer Zusagen keine Mittel bereitstehen. Für verschiedene Schienenprojekte bis 2029 – darunter diese wichtige Verbindung – fehlen rund zwei Milliarden Euro. Die Gruppe pocht darauf, dass der Bund die Investitionen erhöhen muss, um weitere Rückschläge im ostdeutschen Schienennetz zu verhindern.
Die Mitteldeutschland-Anbindung bleibt damit in der Warteschleife: Bis 2028 wird nicht gebaut, die Elektrifizierung verzögert sich um zwei Jahre. Ohne zusätzliche Gelder bleibt die Zukunft des Projekts ungewiss. Thüringen und Sachsen fordern weiterhin eine gleichberechtigte Behandlung bei der Infrastrukturförderung.






