München kämpft mit neuer Initiative gegen Unsicherheit im ÖPNV und Belästigung junger Frauen
Cathrin Blümel"Safe on the go" im Zug - Videos sollen informieren - München kämpft mit neuer Initiative gegen Unsicherheit im ÖPNV und Belästigung junger Frauen
München startet neue Initiative für mehr Sicherheit im ÖPNV
München hat eine neue Kampagne gestartet, um die Sicherheit im öffentlichen Nahverkehr zu verbessern. Der Schritt erfolgt vor dem Hintergrund wachsender Bedenken hinsichtlich des Verhaltens von Fahrgästen und des Sicherheitsempfindens – insbesondere bei jungen Frauen. Die Behörden setzen auf eine Kombination aus Technologie, Aufklärung und schnelleren Polizeieinsätzen, um das Problem zu bekämpfen.
Eine aktuelle Studie aus dem Jahr 2025 ergab, dass sich nur 26 Prozent der jungen Frauen nach Einbruch der Dunkelheit an Haltestellen sicher fühlen. Dieselbe Untersuchung zeigte, dass 28 Prozent bereits sexuelle Belästigung im öffentlichen Verkehr erlebt haben. Trotz dieser Sorgen weisen die offiziellen Kriminalstatistiken jedoch keine deutlichen Unterschiede in der Sicherheit zwischen Verkehrs-knotenpunkten und anderen städtischen Bereichen auf.
Über 15.000 Kameras überwachen mittlerweile Bahnhöfe, Haltestellen, Busse, Straßenbahnen und Züge in der gesamten Stadt. Sie zeichnen Aufnahmen als Beweismaterial auf und ermöglichen eine Live-Überwachung von Notrufstellen auf U-Bahn-Steigen. Die Deutsche Bahn plant zudem die Einführung freiwilliger Körperkameras für Mitarbeiter, deren Aufnahmen ausschließlich der Bundespolizei zugänglich sind und nach 72 Stunden gelöscht werden.
Die Kampagne "Sicher Unterwegs" klärt Fahrgäste mithilfe von Videos darüber auf, wie sie in Notfällen reagieren und Unterstützungssysteme nutzen können. Theresa Baum vom Münchner Stadtjugendring kritisierte jedoch, dass die Materialien die am stärksten von Belästigung betroffenen Gruppen nicht deutlich genug ansprechen. Unter-dessen wies MVG-Chef Ingo Wortmann auf einen besorgniserregenden Trend hin: zunehmende Respektlosigkeit und Aggression unter den Fahrgästen.
Die Münchner Polizei hat ihre Reaktionszeiten verbessert und erreicht dringende Einsatzfälle nun im Schnitt innerhalb von vier Minuten. Die Behörden betonen jedoch, dass ziviles Eingreifen weiterhin entscheidend für die Sicherheit im gesamten Netz ist.
Die Initiative vereint Überwachungstechnik, Aufklärungsarbeit und schnelle Polizeihilfe, um die Verkehrssicherheit zu stärken. Mit Kameras, Notrufsystemen und öffentlichen Sensibilisierungskampagnen will die Stadt ein sicheres Umfeld schaffen. Die Verantwortlichen werten weiterhin Kriminaldaten und Fahrgastfeedback aus, um die Wirkung der Maßnahmen zu bewerten.